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Dies ist nur eine HAUSAUFGABENKONTROLLE hier sind die Lektionen 1-4
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Latein




Cursus-Continuus ÜbersetzungenLektion 1
Im Circus Maximus
„Sei gegrüßt Caesar!“ ruft das Volk. „Sei gegrüßt Caesar!“ ruft auch Marcus Domitius. Er freut sich sehr, denn gerade tritt der Kaiser hinein, Marcus Ulpius Traianus Caesar, Konsul, Tribun und Vater des Vaterlandes! Nun spricht der Kaiser einige Worte; die Menschenmenge ruft nicht mehr; sie schweigt und hört. Da ruft sie zum zweiten mal, weil nämlich gerade die Bilderprozession kommt: Sieh da! Jupiter und Iuno, sieh da! Apollo und Diana, sieh da! Mars und Venus! Sobald das Abbild der Venus kommt, klatscht Marcus Beifall. Denn er ist verliebt - und da sitzt Cornelia! Sieh da! Auch Cornelia klatscht Beifall! Nun freut sich Marcus und lacht, nun gefällt ihm das Schauspiel!
Lektion 2
Afra lernt es
„Sieh da! Das Forum Romanum!“, ruft Domitilla, und die Freundin Drusilla ruft: „Sieh da! Die breite Straße!“ „Sieh da! Das Kolosseum!“, ruft Julia. Afra aber schweigt. „Warum sagt sie nichts?“, fragt Drusilla, „warum ist sie nicht fröhlich?“ Darauf antwortet Cornelia: „Sie ist eine neue Sklavin. Sie schweigt immer, weil sie nämlich kein Latein kann.“ „Sie kann kein Latein“, ruft Domitilla, „und warum nicht? Niemand lehrt es sie!“ Und sie ruft zu Afra: „Sieh da! Das Forum Romanum!“ Afra zögert, dann antwortet sie: „Forum Romanum.“ Julia freut sich: „Schau! Nun hört Afra zu und schweigt nicht mehr. Domitilla ist eine gute Lehrerin.“ Zum zweiten Mal ruft Domitilla zu Afra: „Sieh da! Der hohe Tempel, sieh da die breite Straße!“ „Die hohe Straße“, antwortet Afra. Cornelia und Drusilla lachen; Domitilla sagt jedoch: „Die Straße ist nicht hoch, der Tempel ist hoch; die Straße ist breit und viele Straßen sind breit.“ Und Afra: „Viele Straßen sind breit.“ Die Freundinnen freuen sich und machen weiter: „Der Tempel ist hoch... die Tempel sind hoch... da steht der fröhliche Sklave... dort stehen viele Sklaven... Sieh da! Nun kommt der berühmte Senator Titus Servilius, nun kommen viele Senatoren, nun kommen viele Konsuln! Sie sind fröhlich und lachen.“ Und Afra: „Viele Senatoren kommen fröhlich.“ Zum zweiten Mal freuen sich die Freundinnen, klatschen Beifall und rufen: „ Gut gemacht, Afra, gut gemacht!“ Nun ist auch Afra fröhlich.
Lektion 3
Hochbetrieb in den Thermen
Marcus: „Sei gegrüßt, Titus! Was tust du?“ Titus: „Ich tue nichts, wie du siehst: Ich studiere und lese.“ Marcus: „Was sagst du, Freund? Niemand tut nichts, während er studiert und liest – wie Vater, ein gelehrter Mensch, zu sagen pflegt. Studieren aber und zu lesen macht nicht immer Spaß; deshalb frage ich dich: Warum kommst du nicht mit mir und spielst mit mir auf dem Sportplatz Ball? Sicherlich sind Gaius und Lucius da und spielen.“ Titus: „Ich komme mit; ich bin ein guter Freund.“ Marcus: „Sieh da! Hier stehen Gaius und Lucius.- Seid gegrüßt, Freunde! Was macht ihr, und warum spielt ihr nicht?“ Lucius: „Was fragst du? Wir tun nichts, denn es ist nicht erlaubt zu spielen, weil heute so viele Leute auf dem Sportplatz sind: Es ist nicht mehr erlaubt einzutreten.“ Marcus: „Warum suchen wir nicht das kalte Bad auf? Da sind sicher wenige Leute.“ Titus: „Warum zögert ihr mitzukommen? Fürchtet ihr euch etwa vor dem kalten Bad? Seid ihr etwa feige, Freunde?“ Gaius: „Was sagt ihr, Marcus und Titus? Warum schweigt ihr nicht und hütet euch? Wir fürchten uns nämlich vor nichts, wir sind nicht feige und zögern auch nicht, das kalte Bad aufzusuchen, denn es macht uns Spaß da zu sein, wo nicht viele Leute sind.“
Lektion 4
Was für eine Stadt!
Cornelia liebt das Stadtleben in Rom; deshalb lobt sie oft das Forum und die breiten Strassen und den hohen Tempel und den berühmten Circus. Aber Afra, während sie Cornelia zuhört, schweigt und überlegt viel: „Wie groß Rom ist! Wie viele Gebäude hier sind, wie viele Strassen und Gassen ich sehe! Und wie groß das Geschrei ist, das wir hören! Die Herren schreien, während sie die Sklaven rufen, die Kaufleute schreien, während sie den Wein und das Öl und die Oliven loben, die Bettler schreien, während sie Gaben fordern! So großes Geschrei ertrage ich nicht, so viele Menschen fürchte ich. Warum macht es Cornelia immer Spaß zwischen Menschen zu sein? Warum pflegt sie es, viele Stunden durch die Strassen zu spazieren? Warum kommen so viele Menschen nach Rom?“ Während Afra überlegt, kommt ein schmutziger Mensch zu Cornelia und erbittet eine Gabe. Cornelia lacht und verweigert die Gabe, aber Afra lacht den schmutzigen Menschen nicht aus. Sie hat einen As, den sie dem schmutzigen Menschen geben will. Aber der schmutzige Mensch sieht den As, lacht sehr, er rennt in den Tempel der Fortuna. Marcus: „Ich applaudiere, Freund! Du bist sicher nicht feige.“
Lektion 5
Warten auf dem Kapitol
Marcus steht schon eine Stunde auf dem Kapitol, vor dem Tempel der Juno und wartet auf Cornelia. Plötzlich sieht er sie: Da kommt sie, ohne Afra, ohne Mutter, ohne Freundin! Marcus freut sich und ruft: „Sei gegrüßt, Cornelia! Was machst du?“ Aber Cornelia flüstert: „Warum schweigst du nicht, Marcus? Sieh da! Dort kommt Vater zusammen mit Onkel Aulo aus dem Tempel des Jupiter, und da ist anstelle von Afra Megaera! Megaera ist eine schlechte Frau; sie beobachtet mich immer mit großer Sorgfalt, sie hört alles.“ Schon kommt Megaera heran und fragt: „Was ist, Cornelia? Warum stehst du auf allen Plätzen? Warum beeilst du dich nicht zu kommen? Wir suchen schon das Forum auf.“ „Ich liebe dich von meinem Geist aus,“ flüstert Marcus und „in meinem ganzen Leben...“, während Cornelia zusammen mit Megaera vom Kapitol auf das Forum hinabsteigt. Marcus bleibt auf dem Kapitol und schaut sich die berühmten Götterbilder an. Denn er hofft: Vielleicht Cornelia... . Aber er wartet vergeblich. Cornelia kommt nicht mehr vom Forum. Deswegen ist Marcus traurig und fragt: „Warum vernichten die Götter Megaera nicht? Warum vernichten sie nicht alle schlechten Sklavinnen, alle schlechten Menschen?“
Lektion 6
Auf Leben und Tod
Im Colosseum erwarten viele Menschen die Gladiatoren. Während sie eintreten, stehen und grüßen, feuern die einen den berühmten Gladiator Barbatus mit großem Geschrei an, die anderen Syrus: „Höre, Syrus! Greife Barbatus an! Du fürchtest nichts, also erhoffe den Sieg, kämpfe, arbeite, halte aus, sei stark! Denn alle beobachten dich!“ Syrus aber steht, wartet und zögert, Barbatus anzugreifen – und Barbatus beobachtet Syrus. Deshalb schreit die Menge zum zweiten Mal: „Kämpft endlich! Warum zögert ihr? Was nehmt ihr euch in Acht? Fürchtet ihr etwa Schwerter und Gefahren? – Oh, Götter, hört! Vernichtet alle schlechten Gladiatoren!“ Endlich greift Barbatus den Syrus mit dem Schwert an und wieder schreit die Menge: „Nimm‘ dich in Acht, Syrus! Hüte dich vor Barbatus! Er kämpft nämlich mit List!“ Markus schreit weder, noch erfreut ihn der Kampf, denn er ist nicht frei von Sorgen. Während Syrus und Barbatus sich bemühen, sich der eine dem anderen mit dem Schwert zu verwunden, überlegt Markus über Fortuna, die so ungerechte Göttin. „Warum hat Cornelius Überfluss an Geld, warum muss Vater Domitius auf Reichtum verzichten? Warum habe habe ich selbst Cornelia in so großer Liebe? Warum bin ich ohne Cornelia an allen Orten traurig, nicht einmal bei den Spielen fröhlich?“ Plötzlich schreit das Publikum: „Getroffen! Getroffen!“ Syrus liegt da, Barbatus freut sich über den Sieg, die Menge lobt den Sieger mit fröhlichen Schreien. Aber Markus geht vom Colosseum weg. Während er durch die Straßen spaziert, fragt er sich selbst: „Warum bist du heute so traurig, Markus? Empfindest du etwa Schmerz über den Tod des Syrus? Gefallen dir etwa die Schauspiele ohne Cornelia nicht?“ Aber schau, Afra eilt herbei und ruft: „Sei fröhlich, Markus! Ich habe einen Brief!“ „Von Cornelia?“ fragt Markus und Afra lacht: „Cornelia!“ Schon ist Markus von Sorgen frei, schon freut er sich über das Leben und die Liebe.
Lektion 7
Ein Brief für Marcus
Schon hat Marcus den Brief, schon liest er: "Cornelia sendet ihrem Marcus viele Grüße. Ich bin traurig, weil ich nicht mehr mit Afra spazieren gehen kann und nicht oft schreiben kann. Aber Megaera sieht alles, hört alles und beobachtet alles. Sie sagt: "Ein Mädchen kann nicht allein spazieren. Denn viele üble Dinge können sich auf dem Forum und viele auf den Straßen ereignen. Bleibe also, schweige und sei zufrieden. Hier kannst du lesen und studieren." Deshalb können wir nicht zusammentreffen, wir müssen warten: Ich bitte aber die Götter oft auf diese Weise: "Gute Götter, die ihr alles geben und alles verweigern könnt: Befreit ..." Trotzdem können wir den Brief aber nicht beenden: Schon kommt Megaera! Lebe wohl! "Vernichtet Megaera!", sagt Marcus, "und befreit Cornelia von der schlechten Frau, alle Götter und Göttinnen!" Danach sucht er den Tempel der Venus auf und betet so vor dem Tempel: "Oh Venus, ich rufe dich; denn du kannst Cornelia von Sorgen befreien. Du beschützt alle Menschen, wenn sie lieben. Was ist das Leben ohne dich? Wer gewinnt denn Liebe außer dir? Wen also kann ich rufen, wenn ich Schmerz empfinde, außer dich? Von wem kann ich Hilfe erhoffen, wenn nicht von dir? Erfreut dich Cornelia etwa nicht oft mit Opfern? Suche ich deinen Tempel etwa nicht oft auf? Bist du mit den Opfern denn nicht zufrieden? Erwartest du Tauben? Erwartest du Lämmchen? Ich habe keinen Überfluss an Reichtum, ich habe kein Geld. Dennoch verspreche ich ein Lämmchen und bete so: Höre Venus, große Göttin! Von dir allein erhoffe ich Hilfe!"
Lektion 8
Guter Rat für Alexander
Titus: "Sei gegrüßt Marcus! Warum kommst du so spät? Nimm dich in Acht vor dem Zorn des Diodotus!" Lucius: "Du bist ein Sohn der Fortuna: Der Lehrer liest nämlich ein Buch seines Seneca. Das Buch gefällt ihm so sehr, wie du siehst; deshalb kümmert sich Diodotus nicht um dich. Wir aber diskutieren die neue Redeübung." Marcus: "Was diskutiert ihr? Erzählt, Freunde!" Titus: "Wir diskutieren über die Beschlüsse Alexanders des Großen, des Königs Mazedoniens." Marcus: "Was geht das mich an? Ich kümmere mich nicht um die Beschlüsse der Könige und Herscher." Lucius: "Du kümmerst dich um nichts, außer um schöne Mädchen, du erwartest immer Briefe von deiner Cornelia." Marcus: "Nimm dich in Acht, elender Mensch, und sage nichts über meine Cornelia. Du bist voll elenden Neid, weil ich ein schöner Junge bin und ein hübsches Mädchen mich liebt. Erzähle du jedoch, Titus: Was hat euer Alexander im Sinn?" Titus: "Er ist nicht unser Alexander, ebensowenig wie deiner - aber heute will er auf den Ozean fahren." Marcus: "Ozean! Fürchtet er etwa nicht den Zorn des Dio... ehem, der Götter und Göttinnen?" Lucius: "Höre die Worte des Lehrers: Alexander versucht, weil er begierig nach Ruhm ist, mit wenigen Männern auf den Ozean zu segeln. Ihr aber, Jungen, seid des Königs, eures Freundes, Ratgeber." Gaius: "Wir können den König an die Gefahren des großen Ozeans erinnern. Er ist voller Ungeheuer ..." Titus: "... in den Büchern gelehrter Menschen lesen wir nichts über die im Ozean gelegenen Länder." Lucius: "Deshalb kann der König weder Städte, noch Felder finden ..." Gaius: "... und er ist schon Herr so vieler Länder und so vieler Völker ..." Marcus: "Nun bin ich reich an guten Ratschlägen, meine Freunde: Nun kann ich sicherlich Alexander ermahnen."
Lektion 9
Menschenräuber?
" ... ich ging durch sie Subura und suchte Afra überall, den Afra ist oft in der Subura. Welches Geschrei hörte ich dort, wieviele Menschen sah ich! Bald betrat ich die Läden der Kaufleute, bald stand ich bei den Handwerkern, bald laß ich die Preise vor den Läden - ich kann nämlich schon lesen, wie du weißt. Plötzlich hörte ich die Stimme des Gallus, meines Freundes. Er fragte nämlich die Leute, da er seinen Herrn suchte - aber der Herr war dennoch nicht in der Subura. Ich habe den Gallier mit großer Freude gegrüßt; dann gingen wir beide durch die Straßen und Gassen und suchten, ich die Afra, der Gallier seinen Herrn ... " " Erzähle schnell ", sagte Marcus: "Hat Afra meinen Brief? " " Sie hat; ich habe meine Pflicht gut erfüllt. Dann habe ich mich sofort beeilt zu dir zurückzukehren ". " Du hast dich nicht so sehr beeilt, denn ich habe viele Stunden auf dich gewartet. Warst du und der Gallier etwa nicht in einer Gaststätte gewesen? " " Wir waren nicht, denn der Gallier hat mich verlassen, weil er den Zorn seines Herrn fürchtete; daher war ich allein in der Subura. Aber höre: Ich ging gerade durch die Argiletusstraße, durch ein finsteres Stadtviertel, als ich plötzlich ein großes Geschrei hörte: " Wohin gehst du Gauner? Ich habe dich überall gesucht " Und schon hielt mich ein Starker Mann fest; ich aber fürchtete mich sehr, denn auf der Argiletusstraße sind böse Menschen. Sie haben schon viele armselige Sklaven festgehalten und auf die Äcker weggeführt ... " " Aber du bist ihm entronnen, wie ich sehe ". “ “So ist es, denn die Götter haben meine Wünsche gehört. Der böse Mensch hat mich in ein Gefängnis geschlossen, aber nach vielen Stunden bin ich herausgegangen und weggegangen. Bin ich etwa nicht der Sohn der Fortuna? " " Vielleicht bist du der Sohn des Sisyphus.
Lektion 10
Gut gemacht ,Marcus!
" Höre, Marcus, hört Mutter und Domitilla! Lucius hat ein Trauerspiel geschrieben; in der Tat hat er ein großes Thema gewählt: Er hat heute vom und vom Tod des Coriolan vorgelesen. Du aber, Marcus, hast du schon überhaupt von Coriolan gehört? " " Ich habe schon gehört, Vater, denn ich habe die Bücher des Lucius gelesen und bei Diodotus haben wir schon den berühmten Feldherr Coriolan behandelt: Nachdem er die Truppen der Volsci hatte, hatte er einen Triumph gefeiert: Dann haben alle den Sieger mit fröhlichem Geschrei gelobt. Aber sobald er die Abneigung des Volkes und der Tribune hervorgerufen hatte, hat er die Heimat verlassen, hat den Volsci geholfen und er bereitete den Krieg vor ... " " Es ist genug, Marcus; du kannst in der Tat gut von Coriolan erzählen. Das habe ich eben gesehen und ich freue mich. Aber was habt ihr bei Diodotus gemacht? Was habt ihr vorgetragen? " " Titus hat Coriolan angeklagt, weil er sein Vaterland verraten hat und weil er mit den Truppen der Volsci Rom umzingelte. Ich habe aber die Worte der Mutter geformt und unter anderem Folgendes gesagt: " Du hast die Legion aus Rom vertrieben, du hast unsere Soldaten geschlagen, du ... " " Ich lobe dich, Marcus, denn du hast vieles gelernt und vieles begriffen. Du bist ein guter Sohn, wenn du auch keine Tragödien schreibst ". Darauf sagt er zu Domitilla und einer Mutter: " Ist unser Marcus etwa nicht gebildet? Freut ihr euch etwa nicht? Schau! Heute lacht Marcus , heute ist er nicht traurig! In der Tat ist Marcus froh, sobald er die Wörter seines Vaters hörte und " Ich freue mich ", sagt er, weil du mich gelobt hast, Vater. Ich versuche immer ein guter Sohn zu sein. Aber still für sich sagt er: " Du hast meine Wünsche gehört, Venus, und du hast mir geholfen. Schon lobt mich mein Vater, schon lacht er. Vielleicht tadelt er meine Liebe nicht mehr, vielleicht auch Cornelias Vater ... "
Lektion 11
Ein junger Mann macht Geschichte
Als 19 jähriger, Jungen, hat Gaius Oktatvius nach einem persönlichen Plan und Privatvermögen Truppen aufgestellt. Damals drohten dem römischen Volk, dem ewigen Rom, dem Forum und den Tempeln und dem Kapitol, große Gefahr, denn Brutus und Cassius - aber was sehe ich? Titus hört meinen Worten nicht zu; Titus versucht seinen Freunden vieles zu erzählen. Los, sage mir, Titus: Was kannst du über Brutus und Cassius erzählen? " Titus zögert ein wenig, dann antwortet er dem Lehrer: " Brutus und Cassius bereiteten mit einigen anderen einen Hinterhalt gegen den Diktator Cäsar vor. Aber nachdem sie Cäsar getötet hatten, waren sie bei fast allen Menschen, Männer und Frauen, verhasst. Deshalb sind sie von Rom weggegangen, haben sich nach Griechenland zurückgezogen und Truppen erworben. Damals war M. Antonius ein Feind des C. Julius Oktavianus, des Erbens Cäsars; ein Krieg war in Italien, der Aufstand Roms, solange bis Oktavianus sich Antonius geneigt gemacht hat. Mit Antonius hat er Brutus und Cassius besiegt und die Kriege beendet. Diodotus sagt: " Dir ist vieles bekannt, Titus, aber trotzdem nicht alles. Deshalb muss ich euch das Übrige erzählen, Jungen, ihr aber hört: Marcus Antonius hat Kleopatra, der Königin Ägyptens, einige Provinzen der römischen Herrschaft zugestanden; er lebte wie ein König mit der Königen in Alexandria. Wiederum drohten dem Reich große Gefahren, aber Oktavianus befreite die Menschen von Angst und gab den Ländern einen lang andauernden Frieden. Deshalb teilten die Senatoren Oktavianus viele Ehrenämter zu: Sie nannten ihn den Vater des Vaterlandes und Augustus ... " " ... und sie weihten dem augustatischen Frieden des Augustus einen Altar! " " Was? Wessen Stimme habe ich gehört? Wem ist es erlaubt, während der Worte des Lehrers zu schreien? Gefällst du dir, Titus, so sehr? Willst du uns völlig verwirren? Hüte dich! Aber weil ich eben vieles vom Kaiser Augustus erzählt habe, ist dir deine Kühnheit jetzt ungestraft.
Lektion 12
Kein Glück im Kaiserhaus
Dem Kaiser Augustus, der nach den vielen Kriegen dem römischen Volk Frieden gab, war Fortuna nicht immer und überall gewogen. Von den Frauen, die er heiratete, hatte er keinen Sohn, obwohl er sich nichts mehr wünschte. Aber die Enkel, die er sehr liebte, verlor er beide, Gaius Cäsar in Asien, Lucius Cäsar in Marseille. Später adoptierte er Agrippa Postumus und Tiberius. Von diesen verstieß er bald Agrippa, dessen Art sehr rauh war. Diesen brachte er später auf eine kleine Insel, wo dieser ein schlechtes Leben lebte. Augustus hatte eine Tochter, die er mit großer Sorgfalt erzog: Julia. Diese gab er dem ersten Sohn seiner Schwester, darauf, sobald dieser starb, seinem Freund Marcus Agrippa zur Frau. Mit diesem lebte sie einige Jahre und gebar 2 Töchter und 3 Söhne - Gaius Cäsar, Lucius Cäsar und Agrippa Postumus, von denen wir schon erzählten. Nachdem auch Marcus Agrippa gestorben war, gab Augustus Julia Tiberius zur Frau, obwohl diese ihm nicht liebte. Bald verließ Tiberius sie und suchte die Insel Rhodus auf; darauf lebte Julia ein Leben in Freude mit ihren Freunden, denn da war sie frei. Aber Augustus gefielen ihre Sitten nicht; deshalb brachte er diese auch auf eine kleine Insel. Obwohl ihn das römische Volk und die Senatoren immer wieder für sie baten, verzieh er ihr nicht, und immer wenn er über sie und ihre Tochter Julia erzählte, pflegte er sie seine "Krebsgeschwüre" zu nennen.
Lektion 13
Altar des Friedens
"Schau, der Altar des Friedens," sagt Diodotus, "das berühmte Werk, das gelobte Werk, das Werk, das von Augustus gebaut wurde! Hier sehen wir den Kaiser Augustus mit seinem Freund Agrippa; dort sehen wir Julia, die Agrippa und später Tiberius vom Vater in die Ehe gegeben wurde - diese Julia, von deren Schicksal ich schon erzählte. O, wie fröhlich war sie zurückgelassen von Tiberius, dem nicht geliebten Mann, o wie elend war sie vom verletzten Vater auf eine kleine Insel hinübergeschafft worden, weggeschafft von Italien! Schaut! Hier sind Gaius und Lucius Cäsar, die von Agrippa gezeugten Jungen, da ist Tiberius, ein von vielen getadelter Kaiser, von wenigen gelobt! - Aus der Zahl der Götter sehen wir Mutter Erde, die den Menschen alle Güter gibt. Da aber sind die Söhne des Mars und der Rea Silvia, die der König Amulius, ein schlechter Mensch, an einen entfernten Ort aussetzte. Die ausgesetzten Jungen fand eine Wölfin; von ihr sind sie gerettet und eine Zeit lang ernährt worden - aber sieh da! Faustulus, der die Jungen, die von der Wölfin gerettet und ernährt worden waren, mit sich weg führte und erzog, war ein Hirte. Von diesem sind den Jungen die Namen Romulus und Remus geben worden. Nachdem diese lange unter den Hirten gelebt hatten, sind sie zufällig zu ihrem Großvater geführt worden. Er war Numitor, der Vater der Rea Silvia, der von seinem Bruder Amulius aus dem Königreich vertrieben worden war. O was für ein Verbrechen, was für eine große Ungerechtigkeit! Aber die Brüder, sobald sie von ihrem Großvater von den Verbrechen des Amulius gehört hatten, suchten sie sofort mit einem großen Heerzug der Hirten Alba Longa, eine benachbarte Stadt, auf. Dort wurde König Amulius von ihnen getötet, das Königreich wurde Numitor zurückgegeben. Zu dieser Zeit beschlossen Romulus und Remus auf diesen Orten, wo sie ausgesetzt und erzogen worden waren, eine Stadt zu gründen. Aufgrund der Vogelschau ist Romulus das Königreich übergeben worden. Nachdem dieser von Remus ausgelacht und gereizt worden war, tötete er den Bruder. Er nannte aber die eben gegründete Stadt nach seinem Namen Rom.
Lektion 14
Ein Held auf der Flucht
Troja war eine stark befestigte Stadt in Asien, die Stadt ist in den alten Zeiten lange von den Männern der Griechen belagert worden. Denn Paris, der Sohn des Königs Priamos, hatte Helena, die Ehefrau des Königs Menelaos, aus Griechenland über das Meer in sein Heimatland geführt. Vergeblich hatten die Führer der Griechen die Weggeführte zurückverlangt: Die Trojaner verweigerten ihnen die Frau immer wieder. Deshalb kämpften die Griechen mit den Trojanern 10 Jahre mit höchsten Kräften, solange bis Troja, das durch List und nicht durch Kraft erobert worden war, selbst mit seinen Mauern und Türmen zerstört worden ist. Da entkam Äneas, weil er von den Göttern selbst ermahnt und gerettet worden war, mit wenigem Gefolge und suchte Italien auf. Denn die Göttin Venus, die Mutter des Äneas, hatte ihren Sohn so ermahnt: "Durch den Willen Jupiters selbst ist den Trojanern ein neues Heimatland in Italien bestimmt worden." Äneas aber ist durch ungünstige winde durch die Meere in diese Region in Afrika getrieben worden, in der von Königin Dido eben Karthago gegründet worden war. Auch Dido selbst hatte ihr Vaterland verlassen, weil ihr Gatte Sychaeus vom eigenen Bruder, der nach Reichtum begierig war, ermordet worden war. Denn derselben wurde eine Falle gestellt. Deshalb hatte sie die Flucht ergriffen und suchte eine neue Heimat. Aber Äneas betrat kaum Karthago, als sich Dido in diesen schönen und tüchtigen Mann verliebte. Auch Äneas selbst verliebte sich in die Königin und blieb lange Zeit bei ihr.
Lektion 15
Das hölzerne Pferd
... schon stehen die Tore Trojas offen, schon erfreut es die Menschen das Lager der Griechen und den Ort verlassen zu sehen. Besonders aber bestaunen sie das hölzerne Pferd: Die einen glauben, dass dieses Pferd eine Gabe sei, die anderen denken daran von Angst bewegt das verdächtige Ding ins Meer zu stürzen. Schau, mit vielen Gefährten eilt der Priester Laokoon herbei und ruft schon aus der Ferne: “O Elende! Glaubt ihr etwa, dass die Geschenke der Griechen frei von List sind? Wisst ihr nicht, dass Odysseus den übrigen Griechen durch Klugheit voransteht? Steht etwa nicht fest, dass er immer mit List, Täuschungen und Hinterhalten kämpft? Ich glaube, dass Soldaten im Pferd selbst verborgen sind, ich fürchte die Griechen, auch wenn sie Geschenke geben!” Während Laokoon die Menschenmenge auf diese Weise warnt, während er sagt, dass er sich vor dem Anschlag der Griechen fürchtet, ziehen einige Hirten einen Menschen, den sie gerade gefunden hatten, mit großem Geschrei zum König. Er gibt zu ein Grieche zu sein; er erzählt, dass Odysseus ihm einen Anschlag bereitet habe, er aber habe sich durch Flucht sein Leben gerettet und in den Wäldern versteckt. Deshalb sagt König Priamus von Mitleid bewegt: “Ich glaube, dass auch dir von Odysseus ein Anschlag bereitet worden ist. Es ist klar, dass du in Gefahr gewesen bist. Nun aber erzähle uns über das Pferd!” Sofort versichert der schlechte Mensch, dass die Griechen durch Orakel gewarnt ein Pferd für Göttin Minerva aufstellten. Schon glaubten viele Trojaner seinen Worten, schon bemühten sie sich das Pferd mit höchsten Kräften in die Stadt zu ziehen, als plötzlich zwei Schlangen, welche von Minerva geschickt wurden, erschienen und Laokoon angriffen, der mit seinen Söhnen beim Altar stand. Wir ergriffen die Flucht, Laokoon und seine Söhne aber wurden von den Schlangen überfallen. Sofort schrie die Menge, dass der Priester von den Göttern selbst bestraft worden sei und beeilten sich die Mauern einzureißen.
Lektion 16
Blick in die Zukunft
Vergil hat überliefert, dass Dido sich das Leben nahm, weil Aeneas sie verlassen hat, Aeneas aber,hatte mit Schiffen Italien erreicht. Da stieg er mit Sybille, der Seherin, in die Unterwelt hinab und fragte in den Wohnsitzen der Glücklichen den Vater nach dem Schicksal seines Volkes. Dieser führte den Sohn, den er mit höchster Freude begrüßt hatte, mit sich und sagte: "Nun werde ich dir diese Seelen zeigen, die Gott zu seiner Zeit zum Licht rufen wird und ich werde dir dein Schicksal lehren. Du wirst jene Könige sehen, die Alba Longa regieren werden und Burgen auf den Bergen aufstellen werden, Nomentum, Gabii und die Stadt Fidena. Diese werden dann die Namen sein, jetzt sind die Länder ohne Namen. Schon werde ich dir alles mitteilen, du aber wirst jetzt staunen und hören - aber sieh da: Da kommt er, jener Romulus, der Rom gründen wird und mit seinem Namen wird er sagen, dass er die Stadt mit Mauern umzingeln wird und dass er der erste römische Kaiser sein wird - und hier ist jener Augustus, der die Ägypter besiegen wird, die Grenzen des Reiches ausdehnen wird und mit höchster Freude den Stämmen und dem Landkreis Frieden geben wird. Du willst Tarquinius, den stolzen König, sehen und Brutus, der Tarquinius aus der Stadt vertreiben wird und im freien Staat der erste Konsul sein wird. Willst du jenen Scipio sehen, der über Hannibal triumphieren wird, jenen großen Catus, die übrigen berühmten Konsuln, Führer und Kaiser? Du nämlich Aeneas wirst der Gründer eines neuen Volkes sein und die übrigen Völkern werden diesem Volk, dem Volk der Römer, gehorchen. Die römische Herrschaft wird gerecht sein und sie werden den Völkern Frieden und gute Sitten geben. Sie werden die Besiegten schonen, die Stolzen aber bezwingen.
Lektion 17
Der Trick des Tyrannen
Jener Tarquinius, dessen Beiname der Hochmütige war, belagerte lange die benachbarte Stadt Gabii. Sobald er diese weder durch Gewalt noch durch Belagerung erobern konnte, wendete er List und Betrug an. Selbst er zog sich nach Rom zurück, er legte die Fundamente der Tempel, er täuschte vor, dass er von den öffentlichen Arbeiten in Anspruch genommen worden ist. Dessen Sohn Sextus aber floh nach vorheriger Absprache nach Gabii und dort sagte er, dass des Vaters Grausamkeit die Ursache der Flucht gewesen wäre. Er sagte: "Zu euch Männer aus Gabii fliehe ich, bei euch will ich bleiben, weil ich keine andere Zuflucht habe und weil ich nirgends vor dem Vater sicher bin außer bei den Feinden. Dieser nämlich, vor dessen Anschlag ich gerade floh, wird mich töten, wenn er kann." Die Gabiner nahmen den Sohn des Königs fröhlich auf, zogen ihn zu den öffentlichen Beratungen hinzu und machten ihn, sobald sie seine Klugheit und Kühnheit hatten, zum Anführer im Krieg. Schon siegten die Soldaten der Garbiner, als sie die Römer angegriffen hatten, plünderten die Dörfer und das Gebiet der Römer und glaubten schon, dass der Anführer Sextus ihnen von den Göttern geschickt sei. Nachdem dieser aber gesehen hatte, dass er bei den Garbinern alles vermochte, schickte er heimlich einen Boten zum Vater und fragte, was er tun solle. Tarquinius antwortete dem Boten nichts, sondern ging mit ihm durch den Garten spazieren und schlug mit dem Schwert die spitzen der Mohnstauden ab. Sobald dies dem Sextus gemeldet wurde, hat er sofort die Pläne des Vaters erkannt und klagte andere Fürsten des Staates beim Volk wegen Hochverrats an, vertrieb die einen aus der Stadt, tötete heimlich die anderen, bis er die durch Hilfe geraubte Stadt dem Vater ohne Kampf übergeben konnte
Lektion 18
Geschriebenes Recht für Rom
Die Tribunen verhandelten mit heftigen Worten mit den Patriziern und einer von ihnen, C. Terentilius Arsa sagte: " Schnelle Hilfe ist nötig, denn wir werden nur durch geschriebene Gesetze den Streit zwischen Patriziern und Plebs ( Volk ) beenden. Was ist, wenn das Volk durch die ungerechten und grausamen Urteile erzürnt wieder aus der Stadt gehen wird. Was ist, wenn die Menge den Worten des einen Mann nicht mehr glauben wird. Ich nenne jenen Menenium Agrippa, der die Herzen der Menschen mit einer Geschichte bewegt hat. In kurzer Zeit kommen die schnellen Ritter des Feindes und zerstören die Stadt, die vom großen Teil des Volkes zurückgelassen wurde. Schon schreien die Fürsten der Feinde zu den ganzen Völkern der Etrusker, dass sogar das große Herrschaftsgebiet sterblich sei. Sie sehen, dass zwei große Gefahren drohen, Zwist und Zwietracht, die schon viele und große Städte vernichtet haben. Hütet euch also, Patrizier. Erlaubt dem Volk geschriebene Gesetze, die für alle Bürger nützlich sind werden. Von seinen Worten bewegt sorgen die Senatoren für allgemeine Wahl und gestehen Gesetze zu. Nachdem es zwischen Senatoren und Tribunen gepasst hatte, wurden auf der Stelle drei Abgesandte nach Griechenland geschickt. Dort hat Solon jene Berühmten Gesetze und die Griechen jenem Staat Gesetze abgeschrieben. Vier oder fünf Monate später kamen die Gesandten mit den griechischen Gesetzen zurück. Diese haben zehn kluge Männer vollendet und nachdem das Werk durchgesetzt war, haben sie mit ungeheurer Erwartung der Menschen zehn Tafeln auf dem Marktplatz aufgestellt.
Lektion 19
Hannibal vor den Toren
Bei Canne ist von Hannibal, dem Führer der Karthager, fast das ganze römische Heer vernichtet worden, ein ebenso großer Teil der Bürger und Bundesgenossen. Unter den Toten waren sowohl der zweite Konsul als auch die Quästoren der Konsuln als auch viele Militärtribunen, außerdem ein großer Teil des Senats. Gefangen worden sind in diesem Kampf 3000 Fußsoldaten und 1500 Reiter. Aus dem römischen Lager entkamen bis zu 4000 Menschen und einige Reiter, die genug Kräfte und Mut hatten. Nach Rom ist aber gemeldet worden, dass keiner der Bürger, keiner Bundesgenossen aus der Niederlage entkommen sei, sondern dass das Heer mit seinen Führern durch ein Gemetzel getötet worden sei und alle Vorräte zerstört worden seien. Niemals war innerhalb der römischen Mauern so große Furcht und Unruhe, niemals so großes Geschrei der Frauen. Darauf riefen von den Beamten die Prätoren Publius Furius Philus und Manius Pomponius den Senat in die Curia Hostilia. Lange fanden die Senatoren, lange die Beamten keinen Rat, keine Hilfe und sie hielten es für gewiss, dass Hannibal nach der Niederlage des römischen Heers Rom angreife. In jener gefährlichen Lage stärkte Quintus Fabius Maximus, der sehr klug war und viel Standhaftigkeit besaß, die Herzen der Senatoren und sagte unter anderem: "Niemand hörte schon sicheres über jene Niederlage. Wir wissen aber, dass das Übel oft durch Gerüchte vergrößert worden ist. Ich glaube, dass ein Teil des Heeres entkommen ist und aus so einer großen Menge Soldaten einige überleben haben. Daher beseitigt die Furcht in der Stadt, haltet die Frauen aus der Öffentlichkeit heraus, stellt Schweigen in der Stadt her, stellt Wächter zu den Toren, zwingt die Menschen keine Rettung zu erwarten, wenn die Stadt und die Mauern nicht unverletzt sein werden!"
Lektion 20
Scipios Triumph
"Schau, ich sehe schon den Anfang des Heereszuges!" "Schon erklingen die Trompeten, schon die Lieder der Soldaten!" "Toll, was die Soldaten tragen, welche Bilder der Städte, der Orte und der Flüsse?" "Diese ist Karthago selbst, aber der Name jener ist Utica." "Und welchen Berg sehe ich dort?" "Diesen Berg nennen die Sizilianer Ätna ..." "Schau! Scipio selbst ist anwesend!" "Africanus! Africanus!" "Was rufen die Menschen? Mit diesem Namen rufen sie Scipio?" "Weißt du nicht, dass der Sieger des großen Krieges von den Senatoren Africanus genannt wurde? Diesem Mann verdanken wir das ganze Wohl und die Freiheit, durch dessen Tapferkeit sind die Phönizier besiegt worden ..." "Hoch, Africanus! Du hast Rom aus der größten gefährlichen Lage befreit! Du bist das Licht und der Schmuck des römischen Volkes ..." "Schweige und schaue! Sind diese Elefanten etwa nicht schreckliche Tiere?" "Durch die Körper dieser Tiere sind sicher unsere starken Soldaten er- schreckt ..." "Siehst du das Gold, siehst du das viele Silber? Dies ist die Beute des Krieges! In der Tat hat Karthago Reichtum im Überfluss gehabt ..." "Und ich sehe die besiegten Menschen hinter dem Wagen des Kaisers?" "Diese sind berühmte Gefangene - aber deren Schicksal wird schlecht sein
Lektion 21
Arme Delia!
Chloë: Hallo Delia, was machst du? Warum bist du so traurig? Warum weinst du? Delia: (schweigt) C: Bist du etwa nicht Delia, die neue Sklavin der Atia? D: Delia werde ich nur in Rom genannt. C: Mit welchem Namen wirst du in Wirklichkeit genannt und woher kommst du? D: Ich werde Melissa genannt und wohnte in Assos. So wird eine kleine Stadt in Asien genannt. Von da bin ich mit einigen Gefährten auf die Insel Pyrrha gesegelt, als wir plötzlich von Piraten angegriffen werden. Die Matrosen beginnen mit einer Schlacht, aber wir werden überwältigt; einige wurden getötet; ich aber werde mit den übrigen gefangen genommen und nach Delos weggebracht. C: Deshalb wirst du hier Delia gerufen; auf Delos werden gewöhnlich viele Sklaven gekauft. D: Jetzt bin ich die Sklavin der Atia. Die Herrin ist rauh und hart. Oft werde ich von ihr rauh und hart getadelt, und manchmal befiehlt sie, uns zu strafen und zu schlagen. C: Und warum werdet ihr geschlagen? D: Gerade wurde Pseca geschlagen und gestraft, weil sie das Haar der Herrin schlecht geordnet hatte. Die Elende rief, ich aber entfloh kopfüber. Nun fürchte ich den Zorn der Herrin sehr, denn ich werde sicherlich auch getadelt, bestraft und heftig geschlagen werden.
Lektion 22
Denk auch an mich!
Die Mutter grüßt C. Graccus Du bemühst dich darum, unsere Feinde in Schach zu halten. Denn du sagst, dass es schön sei, sie zu bestrafen. Aber hüte dich, dass du den Staat nicht durcheinander bringst! Hüte dich, dass du durch Hass und Zorn bewegt wirst und nicht durch Vernunft! Sie mögen leben und den Feinden soll es gut gehen! Wir wollen zulassen, dass sie sich an ihren Verbrechen freuen! Von den Göttern selbst sollen sie bestraft werden! Du aber sollst deiner Mutter glauben, dass niemand außer denen, die deinen Bruder getötet haben, mir so viel Mühe bereitet hat, wie du. Es ist aber nötig, dass du dich darum kümmerst, dass ich möglichst wenig Ärger im hohen Alter habe und dass das, was du zu tun gedenkst, mir gefällt und dass du es für Unrecht hältst, etwas gegen meinen Willen zu tun. Siehst du etwa nicht, wie nur noch ein kleiner Teil meines Lebens mir übrig ist? Nicht einmal das kann dich eine so kurze Zeit lang bewegen, dass du mir gehorchst und ruhig bist? Du sollst so leben, dass auch ich sorglos sein kann und nicht immer beunruhigt werde. Weißt du etwa nicht, was für ein Mann dein Bruder Tiberius G. gewesen ist, was er zu erreichen gesucht hat, wie schändlich er getötet worden ist? Hoffentlich machst du mich nicht kinderlos und versetzte nicht alles in Aufruhr. Aber wenn du auf keinen Fall bewegt wirst, dann solltest du deiner Begierde gehorchen und das Tribunat um ein Amt bewerben, wenn ich tot bin. Dann endlich sollst du tun, was du begehrst, wenn ich nicht mehr empfinde. Und dennoch möge Jupiter nicht zulassen, dass du hart bleibst und dass dir nicht so große Verblendung in den Sinn kommt. Und wenn du weiter beharrst, fürchte ich, dass du in deinem Leben so viel Ärger bekommst, dass du dir niemals gefallen kannst. Lebe wohl, denn du wirst bedauern, weil du durch deine Schuld unglücklich bist. Leb wohl!
Lektion 23
Tapferer Junge!
Als Marcus Cato bei seinem Onkel Marcus Drusus lebte um erzogen zu werden, kamen zu ihm, weil er der Volkstribun war, die Gesandten der Latiner, um die römische Staatsbürgerschaft zu erreichen. Von Quintus Poppedius, dem Führer Latiums, aber wurde der Gast des Drusus gebeten, ihn bei seinem Onkel zu unterstützen, Cato verweigerte dies mit standhafter Miene. Darauf trug Poppedius den immer wieder Gebetenen in den hohen Teil des Hauses. "Auf der Stelle werde ich dich herabwerfen wenn du nicht..." Nicht einmal so konnte der Junge bewegt werden, den Latinern zu gehorchen. Darauf sagte Poppedius: "Lasst uns den Göttern danken, weil dieser so klein ist, denn wenn er schon Senator wäre und gegen uns gesprochen hätte, wäre es uns nicht erlaubt, auf die Staatsbürgerschaft zu hoffen. Später fragte Marcus Cato, als er in der Toga Praetexta zu Sulla gekommen war um ihn zu grüßen, und in der Halle die Köpfe der Geächteten gesehen hatte, bewegt durch den schrecklichen Anblick seinen Erzieher, warum niemand den so grausamen Tyrann tötete. Und als jener geantwortet hatte, dass den Menschen nicht der Wille, sondern die Fähigkeit fehle, bat er heftig, dass ihm ein Schwert gegeben werde. Er sagte: "Ich werde ihn mühelos töten, weil ich es gewöhnt bin, mich an seinem Bett niederzulassen." Als der Erzieher dieses gehört hatte, erkannte er den standhaften Willen des Jungen und erschauderte vor dem Plan so sehr, dass er ihn später niemals an Sulla heranließ, außer wenn er ihn gründlich durchsucht hatte. Aber vielleicht wäre jener vom Jungen getötet worden, wenn man ihm ein Schwert gegeben hätte. Aber jener Marius selbst, Sullas Feind und Gegner, wäre, wenn er an diesem Ort gestanden hätte, sicher von Furcht ergriffen worden und hätte seine Flucht, nicht aber Sullas Tod beabsichtigt.
Lektion 24
Cäsar und sein Glück
Cäsar hat sein Heer niemals auf eine gefährliche Reise geführt, bevor er (nicht) die natürliche Beschaffenheit der Umgebung erkundet hat. Denn er war immer um das Wohl der Soldaten sehr besorgt. Aber durch seine Begierde nach Ruhm veranlasst, hat er oft zu wenig seine Gesundheit berücksichtigt. Als ihm gemeldet worden war, dass einige Lager in Germanien belagert wurden, kam er durch die Wachposten der Feinde in gallischer Kleidung hindurch den Seinigen zu Hilfe. Von Brundisium aus griff er inmitten der Flotte der Feinde mit einigen Gefährten im Winter Dyrrachium an. Nachdem er dort auf seine Truppen, die er in Italien zurückgelassen hatte, lange vergeblich gewartet hatte, bestieg er selbst heimlich ein kleines Schiff. Als die gewaltigen Fluten dieses in Bedrängnis brachten, ermahnte er die Seeleute, die durch Todesangst erschreckt waren, auf diese Weise: "Cäsar segelt mit euch, und Cäsars Glück!" Nicht einmal durch Bedenken und gewisse Vorzeichen ist er jemals abgeschreckt worden: Als er an die Küste von Afrika gefahren war, sagte er: "Ich halte dich, Afrika." Als er nach der Schlacht bei Pharsalus den Hellespont mit einem Frachtschiff überquerte, floh er nicht vor einem gewissen L. Cassius, der ihm mit 10 feindlichen Schiffen entgegenkam, sondern ermahnte ihn, sich ihm zu ergeben und nahm ihn demütig zu sich auf. So große Kühnheit wurde von allen bewundert. In Alexandria aber, wo er durch ein (gewisses) Gefecht ins Meer getrieben worden war, entkam er dem Feind schwimmend und zog den Feldherrnmantel mit den Zähnen hinter sich her, damit er ihnen die Beute nicht gab. Ihm wird auch großes Lob zuteil, weil er alles mit einer gewissen unglaublichen Schnelligkeit vollendete: Als er gehört hatte, dass der König Pharnae von Pontus in Asien das Reich aufsuche und schon einige Gebiete in Besitz genommen hat, führte er drei Legionen gegen ihn und besiegte dessen Truppen in einem einzigen Kampf und schlug sie in die Flucht. Diesen Sieg meldete er mit den Worten einem Freund: "Ich kam, sah und siegte!"
Lektion 25
Komm mit zum Frühlingsfest
Licinia: Weißt du, was für ein Tag heute ist, Sextus? Sextus: Die Iden des März, warum fragst du? L: Weil an diesem Tag das Fest der Anna Perenna ist, nicht weit von den Ufern des Tiber. S: Ich kümmere mich nicht um derartige Festtage, welche nur das niedrige Volk erfreuen. L: Sind wir selbst beim Glauben an die Götter etwa keine Plebejer? S: Sind wir, aber ich glaube, dass wir durch andere Sachen erfreut werden, als ein großer Teil des Volkes. L: Ich weiß, dass du immer an ernste Dinge denkst. Manchmal aber, wie Horatius sagt, ist es angenehm auszuflippen. S: Ich kenne jenen Horatius, aber hasse die Verwirrung und die Unruhe dieses Tages. L: Warum hasst du die Verwirrung? Überall wirst du fröhliche Gestalten sehen, denn die Menschen bemühen sich heute um nichts andres als die Freude: Sie singen Lieder, die sie in Theatern gelernt haben... S: ...und trinken eifrig! Gehört es sich etwa, dass eine Frau trinkt? Du solltest dich von einer so üblen Sache fernhalten! Auch solltest du dich erinnern, dass deine Mutter Wein immer gehasst hat! L: Ich begehre dennoch an den Tiber zu gehen. Gehe mit mir, Sextus! Wenn du mit mir gehen wirst... S: Ich gehe, damit ich mich nicht allzusehr quäle - aber höre: Trinke nicht! Nicht einmal ein wenig Wein! L: Ich werde mich ganz vom Wein fernhalten. Aber lass uns schnell weggehen! (Kurz danach sieht Sextus Titus Clodius mit seiner Frau und fragt S: Hallo, wohin geht ihr? T: An den Tiber, Sextus, wohin alle gehen, schon der Vater, wie du weißt, ging alljährlich dorthin, obwohl er Unruhe hasste; jetzt gehen wir und die Söhne gehen zu einer anderen Zeit. S: Ich gehe auch gerne dorthin, denn manchmal ist es angenehm auszuflippen. L: Schau, mein Sextus, der gerade kaum bewegt werden konnte, mit mir zu gehen!
Lektion 26
Herkules in Italien
Herkules suchte, als er entfernten Gebieten der Erde entgegenging und große Gefahren auf sich nahm, sogar den Ort auf, an dem später Rom gegründet worden ist. Dort wohnte Euandrus Areas, der von Griechenland nach Italien übersetzte. Der von ihm in seinem Haus gern aufgenommene Herkules erzählte ungefähr dieses: "Ich habe schon viele lange Wege und Gefahren zurückgelegt, kein Weg aber war länger und gefährlicher als der, von dem ich gerade zurückgekommen bin. Ich habe schon mit vielen grausamen und schrecklichen Gegnern gekämpft. Keiner von ihnen aber war schrecklicher und grausamer als jener, ungeheure Geryon, dessen Rinder ich raubte. Er war nämlich viel größer als ein Baum, er besaß drei Körper und drei Köpfe und sein Hund war wilder als ein wilder Löwe und rannte schneller als der Wind." Während Herkules so erzählte, kommt aus einer nahen Höhle Cacus heraus, das schrecklichste Monster, das der Vater Vulcanus besaß. Er konnte Feuer speien und erfreute sich an den hässlichsten Morden der Menschen. Als dieser die schönsten Rinder des Herkules ohne Wärter sah, zog er mehrere von ihnen am Schwanz schnellstmöglich in seine Höhle, damit der Herr, wenn er seine schönsten Rinder sucht, glaubt, dass diese herausgehen und nicht hineingehen. Aber dennoch täuschte er den Herkules, jenen äußerst tapferen Mann nicht: Als dieser das ganz klägliche Muhen eines Rindes gehört hatte, riss er eine Waffe an sich und ging gegen den verschlossenen Eingang der Höhle vor, aber vergeblich. Deshalb hat er den sehr gewaltigen Felsen, der ihr Dach war, mit seinen äußerst starken Händen entfernt, damit die aufgedeckte Höhle des Cacus offen stand. Dann kämpfte er sehr heftig mit ihm und zog den gewaltigen Körper des Besiegten an das Tagelicht. An diesem Ort aber, an dem Herkules seinem Vater Iupiter opferte, wurde später ein Altar errichtet, der immer als der Größte bezeichnet wurde und immer der Größte war.
Lektion 27
Das Urteil des Paris
Jupiter, der Vater der Menschen und auch der Götter, war einst im Begriff Peleo, einem sehr starken Mann, die Göttin Thetis zur Frau zu geben. Deshalb hat er alle Götter und Göttinnen in den Olymp eingeladen, außer Discordia. Er glaubte nämlich, das diese alles verwirren und durcheinanderbringen werde. Als diese dennoch anwesend war, wurde sie beim Betreten des Speisesaals von Wächtern ferngehalten. Deshalb warf sie von Zorn bewegt einen goldenen Apfel von der Tür in die Mitte und sagte: "Die schönste der Göttinnen soll diesen Apfel fangen/erhalten!" Sofort wollte Juno den Apfel ergreifen, aber sowohl Minerva als auch Venus kamen hinzu/heran, da jede den Preis (für die) der Schönheit für sich beanspruchen wollte. Als jene drei Göttinnen heftig stritten, befahl Jupiter, der der Zwietracht ein Ende machen wollte, dem Boten der Götter, dass er diese zu Paris, dem Sohn des Königs Priamos, führe, der über diese Angelegenheit entscheiden sollte. Diesem sagte Juno, die Königin der Götter: "Gib mir diesen Apfel, junger Mann, und ich werde dich zum Mächtigsten aller Menschen machen. Du sollst die Sicherheit haben, dass du alle Völker regieren wirst und dass du Überfluss an Macht und Reichtum haben wirst." Darauf versprach Minerva, die Göttin der Weisheit und der guten Wissenschaften, Paris, dass er durch ihren Verdienst der Weiseste aller sein werde. Schließlich versprach Venus, die Göttin, die die Liebe gewinnt, dass sie ihm die schönste aller Frauen in der Welt geben werde. Paris zögerte ein wenig, dann verschmähte er aber die Geschenke der Iuno und der Minerva und gab den Apfel der Venus. Von dieser unterstützt segelte er nach Sparta, um die Gattin des Königs Menelaos, jene wunderschöne Helena, entweder mit Gewalt oder mit List zu entführen. Und in der Tat gelang es ihm, die Königin mit zwei Sklavinnen und gewaltigen Schätzen zu rauben. Dieses Unrecht aber brachte seine Heimat und sein Volk ins Verderben.
Lektion 28
Orpheus und Eurydike
"O ihr Gottheiten der unter der Erde gelegenen Welt: Ich bin nicht zu euch hinabgestiegen, um eure Königreiche zu sehen und nicht um Cerberus, das schreckliche Monster zu fesseln. Der Grund meines Weges ist meine Ehefrau, die ich gerade verlor. Ich bin als Flehender hier, damit ihr sie mir zurückgebt. Wenn sie eine gebührende Anzahl von Jahren verbracht hat, wird sie euch gehören; wenn sie ihr Leben gelebt hat, wird sie nicht ungern dahin eilen, wohin alles Sterbliche eilt. Ihr regiert (haltet) nämlich das weiteste Königreich der menschlichen Gattung. Wenn ihr mir meine Frau zurückgebt, werde ich euch sehr dankbar sein und (euch) eure Nachsicht/Milde immer in meinen Liedern loben. Wenn sie mir aber verweigert wird, wenn meine Bitten nicht erhört werden, werde ich nicht mehr an das Tageslicht zurückkehren: Dann (er-)freut euch am Tod von Zweien!" Darauf bewegte Orpheus, der mit süßer Stimme sang, das Herz der Proserpina; und die Worte des Singenden bewegten die Königin der toten. Die toten Seelen standen weinend da und weder Tantalus versucht, das entkommende Wasser zu fangen, noch wälzte Sysiphus den Fels, noch quälten Vögel Titium, indem sie dessen Leber abrissen. Darauf wurden die ersten Tränen in den Augen der Rachegöttinnen gesehen, weil sie das traurige Schicksal Orpheus' schmerzte. Diesem, als er derartig bat, gab Proserpina die Ehefrau mit dieser Bedingung: "Wenn du beim Zurückgehen die Augen wendest und Eurydike von dir erblickt werden wird, bevor du die Unterwelt verlassen hast, verlierst du sie sofort!" Schon legte Orpheus den Weg mit der Ehefrau zurück, die wegen der wunde langsam ging, schon hatten sie sich dem Rand der Erde genähert, als jener vor Liebe glühend die Augen wendet - und sofort entschwindet Eurydike, die geliebte Ehefrau! Claron hielt den zurückkehrenden Orpheus zurück und brachte ihn nicht noch einmal hinüber. Dennoch überliefern Dichter dem Gedächtnis der Nachwelt, dass er sieben Nächte weinend und Schmerz empfindend dort geblieben ist.
Lektion 29
Ein Frevler wider Willen: Ödipus
Lange glaubte Ödipus - so hatte Periboia, die Gattin des Polybos, das Findelkind genannt - , er sei der Sohn des Königs. Eines Tages aber beschimpfte ihn einer von den Gleichaltrigen, der auf seine Stärke neidisch war, als "Bastard"- und die anderen lachten. Sogleich befragte Ödipus Periboia nach seiner Herkunft.
Da die Frau nichts Bestimmtes verriet, entschloss er sich, nach Delphi zu gehen, um das Orakel zu befragen. Auf seine Frage erhielt er folgende Antwort: "Hüte dich davor, deinen Vater zu töten und deine Mutter zu heiraten." Als Ödipus diese Worte vernommen hatte, machte er in seiner Bestürzung einen weiten Bogen um Korinth und fuhr mit seinem Wagen nach Theben. In einem Hohlweg kam ihm ein alter Mann entgegen, der auf einem Wagen saß. Als dessen Sklaven riefen, er solle ihrem König den Weg frei machen, zögerte Ödipus ein wenig - und siehe: Schon erschlug einer von ihnen eins seiner Pferde!
Wütend, weil das Pferd erschlagen worden war, tötete der junge Mann nicht nur den allzu rabiaten Sklaven, sondern auch jenen Alten, ohne zu wissen, wer er war - es war aber Laios, sein eigener Vater!
Als die Sonne unterging, erblickte Ödipus nicht weit von den Mauern Thebens ein seltsames Wesen, das auf einem Berg saß; die Sphinx, die den Kopf eines Mädchen und den Leib eines Löwen hatte.
Diese gab gewöhnlich den Leuten, die nach Theben reisten, ein Rätsel auf. Lösten sie das Rätsel nicht, tötete sie sie grausam. Während Ödipus noch staunte, sagte die Sphinx: "Welches Lebewesen hat am Morgen vier Beine, am Mittag zwei und am Abend drei?"
"Der Mensch", erwiderte Ödipus. Als sie die Lösung vernahm, stürzte sich die Sphinx von ihrem Felsen in die Tiefe. Ödipus aber wurde, weil er die Stadt von dem Ungeheuer befreit hatte, von den Thebanern zum König gemacht und nahm seine Mutter Iokaste zur Frau.
Viele Jahre hatte er glücklich gelebt, als plötzlich die Thebaner von einer schweren Seuche heimgesucht wurden. Da die Seher versicherten, die Stadt werde von de Göttern bestraft, weil ein schreckliches Verbrechen begangen worden sei, versprach König Ödipus, nach dem Schuldigen zu suchen. Und tatsächlich fand er ihn, nachdem er viele Menschen befragt hatte: Sich selbst!!

E-Text
Während Orpheus mit süßer Stimme sang, bewegte er den König der Toten, damit er ihm Eurydike zurückgebe. Während Orpheus sang, standen die Seelen da und weinten, sogar in den Augen der Furien sah man Tränen. Schließlich wurde Eurydike ihm zurückgegeben. Nachdem seine Frau zurückgegeben worden war, beachtete Orpheus jene Bedingung nicht, mit welcher Proserpina seine Bitten gehört hatte, denn er brannte vor Liebe. Deshalb verlor er wiederum seine Frau, nachdem die Bitten erhört worden waren.
Lektion 30
Antigone
Schon zu Lebzeiten des Ödipus hatten dessen Söhne Eteokles und Polyneikes miteinander gestritten, wem nach dem Tod des Vaters die Herrschaft zufallen solle.
Nachdem dieser sich, als seine Untaten endeckt waren, des Augenlichts beraubt hatte, übertrug er die Herrschaft seinen Söhnen für jeweils ein Jahr.
Dann floh er, geführt von seiner Tochter Antigone, aus Theben. Als ein Jahr vergangen war, forderte Polyneikes die Herrschaft von seinem Bruder Eteokles. Der aber verweigerte sich, den Thron zu räumen. Daher rief Polyneikes Verbündete zusammen, stellte ein großes Heer auf und zog mit sieben Heerführern nach Theben, um die Stadt mit Gewalt zu nehmen. In dieser Hoffnung getäuscht, maß er sich im Zweikampf mit Eteokles. Nachdem beide Brüder in diesem Kampf gefallen waren, wurde Kreon zum König ernannt.
Der ließ Eteokles mit höchsten Ehren bestatten, den Leichnam des Polyneikes aber, weil er seine Heimat verraten hatte, den Vögeln und Hunden vorwerfen.
Außerdem stellte er Wachen auf, denn er wollte verhindern, dass ihn jemand heimlich bei Nacht bestatten wage.
Antigone aber, die nach dem Tod ihres Vaters nach Theben zurückgekehrt war, versuchte, obwohl sie das Gebot des Königs kannte, trotzdem, den Bruder eigenhändig mit Erde zu bedecken.
Während sie das tun wollte, wurde sie von Leuten, die die Leiche bewachten, festgenommen und zum König geführt.
Als Kreon fragte: "Auf wessen Veranlassung hast du meine Weisungen mißachtet?" Sie erwiderte: "Auf niemands Veranlassung, ich muss aber den Geboten der Götter mehr gehorchen als den deinen."
Kaum hatte er diese Worte vernommen, da geriet Kreon in höchsten Zorn und ließ das Mädchen lebendig begraben, ohne dass einer seiner Untertanen sich widersetzte, ohne dass einer es verhinderte. Haemon allein, der Sohn des Königs, öffnete das Grab und wollte Antigone retten, doch umsonst: Das Mädchen hatte schon selbst seinem Leben ein Ende gemacht. Da es tot war, suchte auch Haemon den Tod, und seine Mutter wurde, als sie vom Schicksal ihres Sohnes hörte, vom Schmerz dahingerafft.
Kreon aber bedauerte, nachdem er alle seine Angehörigen durch eigene Schuld verloren hatte, zu spät seinen Starrsinn.
V-Text
1. Clytaemestra, die Frau des Agamemnon hat, voller Schmerz und ohne Wissen des Königs, mit Aegisthus Ehebruch begangen, weil Agamemnon die gemeinsame Tochter geopfert hatte.
2. Nachdem Troja erobert und zerstört worden war, ist die griechische Flotte unter der Führung Agamemnons ins Vaterland zurückgekehrt.
3. Clytaemestra bemerkte, dass jener eine Frau aus Troja, Cassandra, mitbrachte.
4. Deshalb beschloss Aegisthus, mit der Hoffnung das Königreich zu regieren, Clytaemestra zu veranlassen, dass sie Agamemnon tötet.
5. Nach dessem Tod regierte Aegisthus sieben Jahre lang über Mycenis, solange bis er von Orestus, Agamemnons Sohn getötet wurde.
E-Text
Als Oedipus die schändlichen Worte seines Altersgenossen gehört hat, war er sehr verwirrt. Deshalb hat er seine Mutter vergeblich nach seinem Ursprung gefragt und ist zum Orakel nach Delphi gegangen. Welches dem Verwirrtem geantwortet hat, er solle nicht nach Korinth zurückkehren. Es stehe fest, dass er seinen Vater ermorde. Deshalb ist er nach Theben gegangen, wo er jene Spinghs beseitigt hat und König geworden ist. Viele Jahre später wurde Theben von einer schweren Krankheit heimgesucht. Der Grund für dieses Unheil war Oedipus.
Lektion 31
Das Damoklesschwert
Viele Jahre lang war jener Dionysius Tyrann von Syrakus, der eine Stadt von höchster Schönheit und ein überaus reiches Staatswesen unterdrückt hielt.
Und doch schrieben zuverlässige Gewährsleute, derselbe Mann sei unvorstellbar energisch und von scharfem Verstand gewesen, aber doch auch bösartig von Natur und ungerecht. Da das so war, war er unweigerlich bedauernswert. Er traute nämlich keinem seiner Untertanen, sondern vertraute den Schutz seiner Person Sklaven an und wilden Barbaren, Menschen von höchster Verwegenheit. Da er auch die Rednerbühne nicht zu betreten wagte, sprach er gewöhnlich von einem hohen Turm aus zum Volk.
Doch dieser Tyrann wußte selbst zu beurteilen, wie glücklich er war, denn als ein gewisser Damokles im Gespräch seinen Wohlstand erwähnte und auch seine Schätze, seine Macht, dem Glan seiner Herrschaft und seine Herrschaft und die Grösse seines Palastes pries, sagte er: "Willst du also, mein Damokles, da dir ja dies alles Freude macht, das selbe Leben führen wie ich und mein Glück kennenlernen?"
Und als Damokles versicherte, genau das wolle er, lies er ihn auf eine goldene Liege legen. Dann befahl er, dass einige Knaben von ausnehmender Schönheit an den Tisch traten und Wein von bestem Geschmack und Speisen aufgetragen wurden, die viel gekostet hatten.
Schon hielt sich Damokles für glücklich, als er plötzlich heftig erschrak: Von oben drohte ihm nämlich ein messerscharfes Schwert, und es war zu erkennen, dass eben dieses Schwert an einem Pferdehaar hing!
Daher sah er weder jene hübsche Jungen mehr an noch das wunderbar gearbeitete Silbergeschirr, streckte auch die Hand nicht mehr an dem Tisch aus, sondern bat nur noch darum, weggehen zu dürfen. "Zur Genüge", sagte er, "hast du mir, Tyrann, nämlich gezeigt, von welcher Art das Leben der Tyrannen ist. Deine Schätze und Reichtümer sind mir das nicht wert, dass ich ein derartiges Leben führen möchte."

V-Text
1. Derselbe Dionysius, den wir oben erwähnt haben, hatte einen Sohn mit demselben Namen.
2. Weil er ein Mensch von höchster Grausamkeit war, hatte er viele Feinde.
3. Als dieser zum König gemacht worden war, wollte ein gewisser Damon, ein Mann von großer Tapferkeit ihn töten.
4. Aber er wurde von den Wächtern gefasst und zum Tyrannen geführt, der im Sinn hatte, ihn mit dem Tod zustrafen.
5. Darauf bat Damon den Tyrannen, bevor er bestraft werden sollte, dass es ihm erlaubt sei, einen gewissen Mann seine Schwester zur Frau zu geben.
6. Dem Tyrannen versprach er, dass sein Freund für ihn den Tod annehmen werde, wenn er zum festgesetzten Zeitpunkt nicht wieder da wäre.
7. Dieses gestand Dionysius ihm zu, obwohl das Vertrauen in ihm gering war.


E-Text
Oedipus hatte von Furcht bewegt alles versucht, damit der Götterspruch nicht wahr wurde. Dennoch tötete er seinen Vater, als dieser zur selben Zeit wie jener den selben Engpass durchquerte, und heiratete seine Mutter. Diese Sache machte Oedipus zum mächtigen König, aber ebenso auch brachte sie ihm den Untergang.
Antigone war von größter Tapferkeit. Die Gebote der Götter schätzte sie so hoch ein, dass sie dem König Creon nicht gehorchte. Jener Mann aber hatte so viel Grausamkeit, so dass er ihr Leben gering einschätzte und sie lebendig begraben lies.
Lektion 32
Lob der Demokratie
Wir haben einen Staat von solcher Art, dass wir nicht voll Neid auf die Gesetze anderer Städte schauen; vielmehr geben wir eher selbst manch einem ein Beispiel als dass wir uns an anderen ein Beispiel nehmen. Und mit Namen wird unsere Staatsform genannt, weil nicht von wenigen, sondern vom Volk alle Macht ausgeht. Gleiche Rechte haben alle Bürger, und niemand wird durch die Niedrigkeit seiner Herkunft behindert, wenn er nur in irgendeinem Bereich dem Staat nützen kann. Da wir in allen Dingen auf Freiheit bedacht sind, hüten wir uns davor, irgendjemands Worte und Taten argwöhnisch unter die Lupe zu nehmen und sind auch niemanden böse, wenn er etwas nach Lust und Laune tut, falls nicht irgendein Gesetz es verbietet.
Unsere Stadt steht allen offen, wir weisen keine Fremden aus und halten niemanden von irgendeiner Instruktion oder Vorführung fern, nicht einmal dann, wenn es wahrscheinlich ist, dass er von unseren Feinden geschickt wurde, um irgendwelche Dinge auszuspionieren. Ich weiß, dass bei bestimmten Völkern Griechenlands die Jungen streng erzogen werden, da man glaubt, dass auf diese Weise ihre Leistungsfähigkeit enorm gesteigert werde. Wir aber sind nicht derselben Ansicht: Wir führen ein angenehmes Leben, wir lieben alles, was schön ist; trotzdem nehmen wir dieselben Gefahren auf uns wie andere: Ohne jede Furcht ziehen wir den Feinden entgegen und erringen meistens den Sieg über sie.
Es wird sich aber, wenn jemand die Sache genauer ins Auge fasst, herausstellen, dass diejenigen seelisch gefestigter sind, die sowohl die Freuden wie die Schrecken des Daseins kennen und weder Kämpfen noch Gefahren aus dem Weg gehen.
Darum, so glaube ich, kann niemand bezweifeln, dass diese Stadt unerschüttlicher ist als alle anderen, zumal da ihre Meere, alle Länder offenstehen. Aus diesem Grund werden wir die Bewunderung sowohl der Menschen unserer eigenen Epochen als auch der künftigen hervorrufen und wünschen uns keinen Dichter, nicht einmal Homer, als Lobredner.
Lektion 33
Was für ein Held!
Ich will euch den Inhalt einer Komödie erzählen, wenn ihr mit Ruhe zuhören wollt. Aber wer nicht zuhören will, soll hinausgehen, damit Platz für jene ist, die zuhören wollen. Der Name dieser griechischen Komödie ist Alazon, lateinisch aber wollen wir, daß jener Mann "Angeber" genannt wird. Ihr werdet einen Soldaten sehen, der jederzeit seine eigenen Vorzüge loben will, der nichts lieber tut als sich seiner eigenen Taten zu rühmen, auch wenn sie erfundene und falsche sind.
Er sagte: "Alle Frauen, die mich gesehen haben, wollen von keinem anderen geliebt werden als von mir, weil ich von vornehmer Gestalt bin und wegen der Menschlichkeit und Großzügigkeit und weil meine sehr mutigen Taten würdig sind meinen Vorfahren. Ich wollte, ich wäre weniger schön, damit ich nicht von so vielen Frauen gequält werde!" Dennoch scheint ihn keine Frau jemals geliebt zu haben: Alle, die er vorher mit Geschenken und Versprechungen einwickelte, wollten von ihm nicht geliebt werden.
Und in Athen entführte er ein sehr schönes Mädchen, das nicht dorthin wollte, und versteckte sie im Haus. Ihr half ich, weil sie nichts lieber wollte als aus seinen Händen zu entfliehen.
Schon ist der junge Mann da, den sie als einzigen liebt. Ihre Eltern sollen in Athen große Reichtümer besitzen, und wenn er nicht sparsam ist, werden wir das Mädchen sicher von diesem Tyrannen befreien, besonders weil der Wächter ein sehr dummer Mann zu sein scheint. Wir aber haben mit Hilfe eines alten Mannes einen listigen Hinterhalt vorbereitet.
Wollt ihr mehr hören? Ich werde es gleich erzählen: Diesen Soldaten haben wir überredet - aber siehe da: Mein Herr sucht mich! Ich bin schon da Herr, ich höre dir schon zu! Was willst du, was wolltest du, o Zier dieses Jahrhunderts?
(Im Weggehen zu den Zuschauern): Jetzt möchte ich, dass ihr freundlich zuhört!

V-Text
1. Ein gewisser Mensch pflegte es, schlecht zu dichten und sich in denselben einfältig zu rühmen.
2. Äsop, jener weise Greis, welcher der Verfasser der Fabeln war, hörte ihn auf dem Forum mit kräftiger Stimme wie er lies und sich lobte.
3. Als jener wissen wollte, was der alte Mann denke, wollte dieser wegen seiner Billdung lieber schweigen.
4. Dieser aber wollte gelobt werden und fragte den alten Mann: "Sprich! Was scheint dir?
5. Sollte ich etwa zu stolz gewesen sein? Ich will deine Meinung wissen!
6. Ich will nicht mich rühmen, aber bis jetzt schienen meine Gedichte bei allen Gelehrten größten Lobes würdig zu sein."
7. Da sagte der alte Mann endlich, von dessen Hochmut genervt: "Ich tadle nicht, dass du dich selbst lobst, denn das wird dir bei einem anderen nie geschehen."
Lektion 34
"Gerechtigkeit ist Dummheit!"

L: Hallo, Titus, was gibt's Neues? Hast du auch heute den Karneades gehört?
T: Ich wollte, ich hätte ihn nicht gehört; ich bin nämlich ganz durcheinander, nachdem ich ihn gehört habe.
L: Warum? Erzähle mir davon; ich gebe nämlich keine Ruhe, bis ich alles erfahren habe.
T: Du scheinst zu wissen, wie sehr dieser Karneades, sobald er nach Rom gekommen war, durch den Ruf seiner Beredsamkeit die Herzen aller auf sich zog.
L: Gestern jedenfalls, während er über die Gerechtigkeit sprach, war Cato persönlich anwesend.
T: Er war da, und sobald Karneades ausgeredet hatte, soll er ihn gelobt haben.
L: Das ist freilich etwas Großes, denn Cato, so scheint es, mag die Griechen nicht.
T: Vielleicht waren sie ihm nicht verhaßt, ehe er Karneades zum zweiten Mal hörte. Nun haßt er sie bestimmt, doch höre: Heute hat jener äußerst raffinierte Mensch alles, was er kurz vorher erörtert hatte, umgestoßen. Alles, was er über die Gerechtigkeit gesagt hatte, hat er völlig auf den Kopf gestellt. Er bestritt nämlich, daß sie die Grundlage aller Staaten sei, sondern meinte vielmehr: ,,Ein jeder, der die Gerechtigkeit hochhält, ist dumm, und ,,ein jedes Volk, das weit und breit seine Herrschaft ausübt, hat sich seine Macht durch viele Verbrechen und Ungerechtigkeiten verschafft." Als er das sagte, lärmten viele, denn es sah so aus, als habe Karneades über die Herrschaft des römischen Volkes gesprochen. Er aber erklärte, sobald für Ruhe gesorgt war: ,,Sicher ist es gerecht einen Menschen nicht zu töten. Was wird also ein gerechter Mensch dann machen, wenn sein Schiff Schiffbruch erlitten hat und irgendeiner, der an Kräften unterlegen ist, eine Planke erwischt hat? Wird er ihn nicht von der Planke wegstoßen, um das eigene Leben zu retten? Wenn er vernünftig ist, wird er es tun. Er selbst wird nämlich umkommen, wenn er es nicht tut. Alle die aber, die ihr eigenes Leben nicht schonen, während sie fremdes schonen, sind meiner Meinung nach zwar gerecht, aber töricht..."
L:Welch ein Frevel! Ich halte mich kaum noch zurück!
T:Sei ruhig, mein Freund! Karneades wird diese verhängnisvollen Worte noch bereuen, wenn er, aus Rom vertrieben, in seine Heimat reist.
V-Text
1. Ein gewisser Mensch besaß einen Hund, was auch immer jener machte, es machte ihm Freude.
2. Er hatte auch einen Esel, aber welche Aufgabe der Esel auch immer erfüllte, das erschien dem Herrn nie gut genug zu sein.
3. Darüber hinaus schlug er ihn heftig.
4. Während der Hund spielt oder sich ausruht, arbeitete der Esel.
5. Also hatte dieser ein schlechtes Leben, jener lebte aber glücklich.
6. Nachdem sich der Esel mit seinem Schicksal abgefunden hat, hat er einen anderen Esel gefragt: "Was soll ich tun?
7. Obwohl ich treu arbeite, bekomme ich nichts anderes als Heu und Wasser, überdies werde ich meistens geschlagen.
8. Aber der Hund wird mit großer Sorgfalt gepflegt. Was auch immer er will er kriegt es.
9. Ich kann und will das nicht mehr ertragen. Warum währt der Herr keine Gerechtigkeit?........"


E-Text
...Wer auch immer zuhören will, möge still sein, bis ich fertig erzählt
habe. Wer auch immer nicht zuhören will, der soll gehen. Ihr werdet zwei
junge Brüder kennen lernen, von denen einer im Alter von sieben Jahren mit
dem Vater eine Reise nach Tarent machte. Als sie dort angekommen waren,
hörten sie, dass dort Spiele stattfänden. Sie hatten das Schiff kaum
verlassen, als der junge ais dem Blickfeld des Vaters verschwand. Während
dieser den Sohn in der menge der Zuschauer suchte, fand ein gewisser
epidamnischer Kaufmann den Jungen und führte ihn nach Epidamnus. Der Vater
aber starb noch ehe er vom Schicksal seines Sohnes bescheid wusste. Sobald
der Großvater von diesem Ereignis erfahren hatte, nahm er den anderen Sohn
bei sich auf. - Dieser kam nun nach Epidamnus um den verlorenen Bruder zu
suchen. Sobald er das Schiff verlassen haben wird, wird etwas Sonderbares
geschehen. Schau! Schon ist er hier...
Lektion 35
Ein Genie wird entdeckt
Protagoras trug als junger Mann Lasten, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Einst begegnete ihm, als er viele Holzscheite trug, die nur von einem kurzen Seil umgeben waren, jener weltberühmte Philosoph Demokrit und sah voll Staunen, wie der junge Mann, obwohl er eine solche Last zu tragen hatte, mit leichtem Schritt daherging.
,,Wohin", so fragte er, ,,trägst du diese Scheite?" Und jener entgegnete: ,,Ich trage sie nach Abdera, in die Stadt, um mein Leben zu fristen. Ich bin es gewöhnt, fast täglich Holz dorthin zu tragen."
Und wer hat diese Ladung so sachverständig zusammengestellt? Offensichtlich nämlich läßt sie sich von dir leicht tragen, obwohl sie unhandlich zu sein scheint." ,,Ich habe sie selbst zusammengestellt, um sie leichter zu tragen." Darauf riet Demokrit dem Protagoras, seine Arbeit, auch wenn er es eilig habe, ein wenig aufzuschieben und sich auszuruhen. ,,Später", meinte er, ,,wirst du deine Last lieber tragen. Nun aber berichte, wer du bist und was du treibst!"
Nachdem Protagoras das alles vorgetragen hatte, bat ihn Demokrit, die Scheite, die er hergetragen hatte, auseinanderzunehmen und auf dieselbe Weise neu zu packen.
Als er das gut erledigt hatte, meinte Demokrit: ,,Hebe diese Scheite da nicht mehr auf! Trag sie nicht weg, wohin du sie tragen wolltest! Auch wenn niemand dich unterwiesen hat, besitzt du meiner Meinung nach eine einzigartige Begabung und derartigen Verstand, dass du zusammen mit mir viel Großes schaffen kannst." So wurde Protagoras selbst von Demokrit weggebracht und erlernte die Philosophie.
Ihm soll später von seinen Schülern eine unglaubliche Menge Geld geboten worden sein, weil er versprach, er könne sie lehren, wie sie in der Debatte die schwächere Sache zur stärkeren machen könnten. Protagoras nämlich war zwar ein umstrittener Philosoph, aber der scharfsinnigste aller Sophisten.

V-Text
1. Dann riet der andere Esel ihm folgendes : "Obwohl du getan hast, was dein Herr wollte, wirst du von ihm geschlagen.
2. Aber gib Acht, dass du nicht durch deine Schuld gequält wirst.
3. Mach also alles was der Hund, der sehr erfahren ist in den menschlichen Sitten; macht!
4. Durch genau dieses Verhalten wirst du die Liebe seines Herren gewinnen."
5. Durch diese Worte dazu veranlasst, hat der Esel diesen Plan gefasst.
6. Sobald der Herr den Esel sich entgegenkommen sieht, dieses gegen seinen Willen, ist jener ihm entgegengerannt und begrüßt ihn mit lauter Stimme.
7. Obwohl jener sich bemühte den Esel davon abzuhalten, ist dieser nämlich an ihm hochgesprungen und hat dem Mann mit den Füßen auf der Schulter das Gesicht geleckt.
8. Der Herr aber, der sich heftig erschreckt hat, hat das begrüßende elende Tier wir früher wieder geschlagen.
9. Was die Fabel aussagt, fasst folgendes zusammen: Wenn 2 dasselbe machen, ist es doch nicht dasselbe!


E-Text
T: Sag mir, Barbarus: Immer wenn du kämpfst, scheint es mir nämlich, dass du den Tod missachtest, ja sogar, dass du dich dem Tod aufs heftigste anbietest.
L: Ich weiss, dass du dein Leben liebst, Barbarus: Warum bietest du dich dem Tod so heftig an, wenn du dein Leben so sehr liebst?
B: Niemals biete ich mich dem Tod an, niemals habe ich mich angeboten und ich werde mich niemals anbieten.Ja sogar auch wenn ich aufs höchste nach dem Sieg begierig bin, habe ich immer der Vernunft und dem Rat gehorcht.Aus diesem Grund bringt man den Gegnern große Furcht bei.Niemals habe ich diese mit dem Schwert angegriffen, wenn sich nicht die Möglichkeit anbot.Wer auch immer sein Leben liebt, wird sich nicht dem Tod anbieten.Bietet ihr euch etwa dem Tod an? Wir gute Gladiatoren unterscheiden uns von den schlechten sowohl durch Kühnheit als auch durch Klugheit.
Lektion 36
Das Spukhaus
Es gab in Athen ein großes und geräumiges Haus, doch ear es verrufen und lebensgefährlich. In der Stille der Nacht hörte man Klirren von Eisen und Schreie. Bald danach erschien mit trägem Schritt ein Gespenst, ein alter Mann mit schrecklichem Gesicht, der mit den Händen Ketten schwang. Deshalb waren für die Leute, die dieses Haus bewohnten, die Nächte bedrückend und entsetzlich, denn jeder fürchtete um sich, viele konnten, wenn die Angst zunahm, keinen Schlaf mehr finden, und gerade den Schwächsten war der Tod sicher. Daraufhin wurde das Haus aufgegeben und ganz diesem Unwesen überlassen. Da kommt der Philosoph Athenodor nach Athen, hört von jenem Haus, fragt und wird über alles infonniert. Um das Gespenst mit eigenen Augen zu sehen, bleibt er bei Nacht schreibend und lesend im ersten Teil des Hauses.
Am Anfang herrscht nächtliches Schweigen, dann klirrt Eisen, schleifen Ketten. Jener blickt nicht auf, legt den Griffel nicht weg. Danach nimmt das Geklirr des Eisens zu, kommt näher, läßt sich schon wie innerhalb der Schwelle, schon wie im Zimmer vernehmen.
Endlich hebt Athenodor den Kopf und erblickt eben den Alten, von dem er kurz zuvor gehört hat und dessen schrecklichen Anblick er kennt. Der alte Mann stand da und gab mit dem Finger ein Zeichen ähnlich einem, der ruft. Nichtsdestoweniger bedeutet ihm dieser durch eine Handbewegung, er solle ein wenig warten, und schreibt weiter. Jener klirrt über dem Kopf des Schreibenden mit seinen Ketten.
Athenodor bemerkt, daß er das selbe Zeichen wie vorher macht, erhebt sich und geht mit ihm in den Garten hinaus. Dort verläßt der Alte plötzlich seinen Begleiter. Der Verlassene legt bestimmte Kräuter auf die selbe Stelle, wo die Erscheinung verschwand. Am folgenden Tag wendet sich Athenodor an die Behörden und beantragt, dass sie jenen Ort aufgraben lassen. Man findet die Leiche eines Menschen, der anscheinend vor vielen Jahren ermordet wurde!
Allen schien es glaubhaft, daß es der Leichnam desselben Alten sei, der Athenodor erschienen war, und alle waren sich einig, dass, wenn der Tote nach Brauch bestattet sei, das Haus vom Spuk frei sein werde. Das kam auch so. An jenen heldenhaften Philosophen Athenodor aber erinnerten sich die Athener noch lange.
Lektion 37
Ein grauenvoller Ort

Germanicus schickte den Legaten Caecina mit vierzig römischen Kohorten durch (das Land der) Brukterer an die (an den Fluß) Ems; die Reiter führte der Präfekt Pedo; er selbst verlud vier Legionen auf Schiffe und transportierte sie durch die Seen(landschafl). Nachdem die Brukterer zersprengt waren, fand man (er) unter der Beute den Adler der neunzehnten Legion der mit Varus verlorengegangen war.
Darauf wurde das Heer ins hinterste Bruktererland (zu den entferntesten Brukterern) geführt, nicht weit vom Teutoburger Wald, wo das tapferste Heer von allen durch Hinterlist der Feinde umzingelt und niedergemacht worden war, weil sich den Soldaten weder eine Gelegenheit zum Kampf noch zur Flucht geboten hatte (gegeben worden war). Germanicus aber überkam das Verlangen, nachzuforschen, wo die Gebeine des Varus und der drei Legionen lägen, und den Soldaten sowie ihrem Führer die letzte Ehre zu erweisen.
Nachdem Caecina zum Erkunden vorausgeschickt worden war, betrat (auch) Germanicus den (die) traurigen und durch ihren Anblick und die Erinnerung entsetzlichen Ort(e). Mitten in der Ebene waren die bleichen Gebeine der Soldaten (verstreut), wie sie geflohen waren, wie sie im Kampf Widerstand geleistet hatten.
Dabei lagen zerbrochene Waffen und Pferdegerippe, an den Bäumen aber waren Menschen-schädel angenagelt. Als die Soldaten, um nachzuforschen, den nahen Wald betniten, fand man (wurden ... gefunden) die Altäre der Barbaren, an denen die Tribunen und Zenturionen hingeschlachtet worden waren. Es gab im Heer einige, die sich durch die Flucht aus jener Niederlage gerettet hatten. Diese berichteten, hier seien die Legaten gefallen, dort die Legionsadler erbeutet worden; manche erinnerten sich, wo Varus die erste, wo er die zweite Wunde empfangen und wo er von eigener Hand den Tod gefunden hatte. So deckte also das römische Heer im sechsten Jahr nach der bitteren Niederlage die Überreste von drei Legionen mit Erde, und Germanicus, dem daran gelegen (der begierig) war, die Erinnerung an die Erschlagenen zu bewahren, legte das erste Rasenstück. Dieses Verhalten missbilligte (billigte ... nicht) Tiberins und tadelte Germanicus, da er glaubte, die Kampfkraft (Stärke) des Heeres sei geschwächt worden bei der Bestattung von so vielen tausend Menschen.
Lektion 38
Eine bemerkenswerte Frau
Während Germanicus sich noch in Germanien aufhielt, verkündete das Gerücht, das gewöhnlich alles größer macht, das Heer sei umzingelt worden; die meisten Soldaten, so hieß es, seien erschlagen und nur noch wenige übrig; es sah also danach aus, als hätte man eine Niederlage, schwerer als die Niederlage von Cannae, erlitten. Schon fürchteten die Menschen in größter Bestürzung, die Germanen würden in bedrohlichem Zug auf Gallien losmarschieren, schon versuchten sie, die im Rhein errichtete Brücke abzubrechen. Und tatsächlich wäre die Brücke zerstört worden, wenn nicht Agrippina, die Frau des Germanicus, die schlimmste Tat verhindert hätte. Denn diese Frau, die tapferer war als die meisten Männer, erfüllte während dieser Tage die Aufgaben seines Feldherrn aufs beste: sie mahnte die Verstörten, erbarmte sich der Bedürftigen dadurch, dass sie Geld gab und verteilte unter die Soldaten, wenn einer von ihnen mittellos oder verwundet war, Kleidung und Verbandzeug.
C. Plinius der Ältere, der Schriftsteller der Germanenkriege, berichtet, sie sei an der Brücke gestanden und habe den heimkehrenden Legionen gedankt.
Dass Tiberius dies übelnahm, ist hinreichend bekannt. Denn da er stets lieber das Schlechtere als das Bessere glauben wollte und vor dem Geringfügigsten Angst hatte, vermutete er, Agrippina wolle sich auf diese Weise die Zuneigung der Soldaten gewinnen und könne es auch ganz leicht. Er erinnerte sich auch, daß von ihr eine Meuterei niedergeschlagen worden sei, und ärgerte sich darüber, dass sie ihren Sohn im Lager herumtrug und darauf Wert legte, das man ihn Cäsar Caligula nannte.
Daher drang Tiberius, der Germanicus schon in zahlreichen Briefen ermahnt hatte, nicht mehr Zeit zu verlieren und die Gelegenheit zur Feier eines Triumphs nicht verstreichen zu lassen, schließlich energischer darauf, dass er nach Rom zurückkehrte.
Auch Gemanicus, der schon dabei war, neue Feldzüge zu planen, blieb nicht länger in Germanien, obwohl er einsah, dass er aus Gehässigkeit nach Italien zurückbeordert wurde.

E-Text
Germanicus befahl, dass der Zenturio, der den Adler der 19. Legion gefunden hatte, zu ihm gebracht werde und sagte etwa folgendes."Ich gratuliere dir zu dem Fund des Adlers, Zenturio dir wird eine große Belonung gegeben werden." Als er den Zenturio beglückwünscht hatte, zog er mit dem Heer zum Teuteburger Wald. Nachdem die Überreste der drei Legionen des Varus gefunden worden waren, dachte Germanicus im Stillen:"Es ist offensichtlich, dass die Germanen unsere Soldaten ohne das geringste Erbarmen getötet haben. Ich werde, wenn sich die Gelegenheit bietet mich jener Barbaren nicht mehr ergarmen, als sie sich den Unsrigen erbarmt haben. Doch Tiberius rief Germ. nach Rom zurück, weil er nicht wollte, dass dieser noch länger in Germanien blieb.
Lektion 39
...vieles ist dort anders!
Um den Ackerbau bemühen sich die Germanen nicht, und der größte Teil ihrer Nahrung besteht aus Milch, Käse und Fleisch. Auch hat niemand eine bestimmte Menge Land oder eigenen Grundbesitz; vielmehr weisen die Würdenträger und Häuptlinge für je ein Jahr ihren Stämmen die Felder zur Bestellung zu und zwingen sie im Jahr darauf, sich anderswohin zu begeben.
Für diese Sache führen sie zahlreiche Gründe an: Damit nicht das Bestreben, Krieg zu führen, verringert werde; damit sie nicht danach trachteten, ausgedehnten Grundbesitz zu erwerben und damit nicht die Mächtigeren die Niedrigeren von ihren Feldern vertrieben; damit sie nicht ihre Häuser zu sorgsam bauten, um Kälte und Hitze zu meiden; damit kein Verlangen Geld zu besitzen entstehe, da ein jeder sehen könne, dass sein Vermögen mit den Mächtigsten gleich sei.
Es ist für die Stämme der höchste Ruhm, dass sie möglichst weit um sich, weil das Gebiet verwüstet ist, menschenleere Einöden haben. Zugleich glauben sie, auf diese Weise sicherer zu sein.
Raubzüge bringen niemandem Schande, sofern sie außerhalb des jeweiligen Stammesgebiets erfolgen, und sie behaupten, sie fänden statt, um die Jugend zu üben und das Nichtstun zu verringern. Und sobald einer von den Häuptlingen in der Versammlung erklärt, er wolle der Anführer sein in dem Krieg, der geführt werden solle, versprechen diejenigen ihre Hilfe, die begierig sind, sich Ruhm oder Beute zu erwerben, und werden von der Menge gelobt.
Die aber, die lieber daheim bleiben wollen, werden getadelt und verachtet.
Einen Gast zu verletzen, halten sie nicht für statthaft nach göttlichem Gebot; die, die aus welchem Grund auch immer, zu ihnen kommen, beschützen sie vor Unrecht und halten sie für unverletzlich; diesen stehen alle Häuser offen, und man teilt seinen Lebensunterhalt mit ihnen.

V-Text
1. Während sich Cäsar im Gebiet der Moriner auf hielt, um sich Schiffe zu beschaffen (um Schiffe auszurüsten), geschah es, dass ihre Gesandten zu ihm kamen, die versprachen, sie würden seine Befehle erfüllen (in Zukunft seinen Befehlen nachzukommen).
2. Da Cäsar fürchtete, dass, während sich die Legionen in Britannien aufhielten, im Gebiet der Belger ein Krieg entstehen (ausbrechen) könne, glaubte er, dass sich dies für ihn günstig treffe (dass ihm das gelegen komme) und befahl, was nach seinem Wunsch geschehen solle (er gemacht wissen wollte).
3. Denn wegen der (vorgerückten) Jahreszeit hatte er keine Möglichkeit (mehr), Krieg zu führen.
4. Sobald er sah, dass die Schiffe die er zum Übersetzen1) von zwei Legionen hatte bauen lassen, zur Fahrt bereit waren, übergab er einen Teil des Heeres zwei Legaten, um ihn (es) in das Gebiet der Moriner zu führen, damit ihnen keine Möglichkeit gegeben werde, neue Pläne (Kriegspläne) zu fassen.

E-Text
Als (Weil) Agrippina von dem Plan, die Bücke einzureißen, erfahren hatte, eilte
sie an das Ufer des (Flusses) Rheins (ans Rheinufer), um diese außerordentlich
schlimme Tat zu verhindern. Diese Frau fürchtete überhaupt nicht (nicht im
geringsten), Gefahren auf sich zu nehmen ? was nicht oft zu geschehen
(zuvorkommen) scheint ? und war bereiter (eher bereit), alle (möglichen)
Gefahren auf sich zu nehmen als die meisten Männer. Während Germanicus sich noch
in Germanien aufhielt, brachte Agrippina die meiste Zeit (den größten Teil der
Zeit) damit zu, die Pflichten eines Feldherrn zu erfüllen. Dadurch geschah es
(So kam es), dass sie für Tiberius ein Anlass zum Neid (ein rotes Tuch) war.
Lektion 40
Germania Romana

Weihung für Fortuna
Der heiligen Göttin Fortuna haben das vor Alter eingestürzte Badehaus die Kundschafter und
Offiziere der Brittonen aus eigenen Mitteln neu errichtet, wobei Titus Flavius Romanus, der
Zenturio der 22. Legion, der Allerersten, Gewissenhaften und Treuen, Aufsicht führte. Am 13.
August, unter dem Konsulat des Lupus und des Maximus.

Entlassungsurkunde
Der Kaiser Trajanus Hadrianus Augustus Cäsar, Sohn des vergöttlichten Trajanus, des Siegers über die Parther, und Enkel des vergöttlichten Nerva, der oberste Priester, im 18. Jahr seiner tribunizischen Amtsgewalt und in seinem 3. Konsulat, der Vater des Vaterlands, hat den Reitern und Infanteristen, die in der 1. Reiterabteilung und 15 Kohorten gedient, ihre 25 Dienstjahre abgeleistet haben und ehrenvoll entlassen sind (ihre Namen werden weiter unten aufgeführt), für ihre eigene Person, ihre Kinder und Nachkommen das Bürgerrecht verliehen sowie die vollgültige Ehe mit den Frauen, die sie damals hatten, als ihnen das Bürgerrecht verliehen wurde, bzw., wenn welche noch unverheiratet sein sollten, mit denen, die sie später heirateten, natürlich jeder nur eine. Am 15. Oktober unter dem Konsulat des Publius Licinius Pansa und des Lucius Attius Macer.

Grabschrift
Den Totengöttern. Lucius Aemilius, der Sohn des Lucius, aus der Tribus Claudia Crescens, ein
Kölner, Soldat der 23. Legion, der Zwillingsschwester, Mars-Beschützten, Siegreichen, aus
der Zentune des Valenus Bassus, verstorben im Alter von 33 Jahren, nach 13 Dienstjahren. L. Aemilius Mansuetus und L. Aemilius Albanus seine Brüder und Erben, haben dieses Grabmal errichten lassen.

Dankbare Schüler
Um die Erinnerung zu bewahren und lebendig zu halten an ihre Lehrer und Väter Justinian... und Nykteros haben Concordius und Hemenus, die staatlichen Opferschauer der Stadt Trier, diesen Denkstein errichtet.

Ermordet!
lucundus, der Freigelassene des Mareus Terentius, ein Viehzüchter.
Wer immer dies im Vorbeigehen liest: Wanderer, bleib stehen und sieh, wie ich unwürdig dahingerafft vergeblich klage. Ich konnte nicht länger leben als 30 Jahre, denn ein Sklave entriss mir das Leben und stürzte sich selbst in den Strom. Ihm nahm der Main, was er dem Herin entriss.

Der ehemalige Herr (des Freigelassenen) hat aus eigenen Mitteln diesen Stein aufstellen lassen.

Ein Felsbild für Mithras
Dem unbesiegbaren Gott Mithras den gebärenden Felsen: Senilius Carantinus, ein Bürger aus dem Stamm der Mediomatriker, hat sein Gelübde froh und willig, wie es sich gehört, eingelöst.

Soldat und Christ
Hier liegt Emeterius, ein Zenturio aus der Zahl der Nichtrömer, der fünfzig Jahre lebte und mehr oder weniger 25 Jahre diente.
Gott dem Herrn ergeben.
Lektion 41
Vom Saulus zum Paulus
Wer weiß nicht, dass ich von Jugend an die Gesetze und Gepflogenheiten meines Volkes befolgt und das Leben der Pharisäer geführt habe? Stets nämlich trachtete ich danach, Weisheit und Gerechtigkeit hochzuhalten und Frevler zu bestrafen. Aus diesem Grund war ich auch wütend auf die, ich trachtete ihnen sogar nach dem Leben, deren Lehre die Juden eine Irrlehre nennen.
Ich jedenfalls hielt es für richtig, viel gegen den Namen des Jesus von Nazareth ins Werk zu setzen, und als ich in die Stadt Jerusalem kam, machte ich viele von den Heiligen (= den ersten Christen), die ich fassen konnte, zu Angeklagten und schloß sie in Kerkern ein; dort mußten sie großes Leid ertragen und kamen jämmerlich ums Leben. Wie sehr mich diese Sache nun beschämt und reut, dafür ist Gott mein Zeuge. Später begann ich, die Christen, um sie aufzuspüren und um sie verurteilen zu lassen, bis in andere Städte zu verfolgen, doch als ich nach Damaskus aufgebrochen war, sah ich, nicht viele Meilen von der Stadt entfernt am Mittag, wie mich und die, die mir folgen, auf der Straße vom Himmel Licht umstrahlte. Und als wir alle zu Boden gestürzt waren, hörte ich eine Stimme sprechen: ,,Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?"
Verwundert über ein solches Wort fragte ich: ,,Herr, wer bist du?" Der Herr aber sprach: ,,Ich bin Jesus, den du verfolgst. Doch erhebe dich, denn ich werde dich zu meinem Diener machen!"
Seit dieser Zeit nenne ich mich Paulus und befolge Christi Lehre und werde niemals einen Sturz und jenen Tag vergessen, an dem Christus selbst mit mir gesprochen hat."
Lektion 42
Quo vadis?
Die meisten der Glaubensbrüder baten Petrus, er solle für sich sorgen und aus Rom weggehen; er aber erwiderte: Es gehört sich nicht für einen wahren Christen, das Leben so hoch zu schätzen, dass er, ohne an das Leiden unseres Herrn zu denken, vor dem Leiden flieht."
Sie aber flehten ihn unter vielen Tränen an und sprachen: ,,Sei unser eingedenk, Vater, und an den Teil der Jüngeren, die noch zu wenig Glaubensstärke haben. Ihnen allen liegt viel daran, dass du gesund bleibst. Daher begib dich auf die Flucht, damit du nicht umkommst!"
Auch die Gefängniswärter, die ihre Pflicht reute, ermahnten ihn sehr: ,,Herr, geh, wohin du willst, weil wir glauben, dass der Kaiser dich bereits vergessen hat. Doch jener höchst ungerechte Agrippa, dessen Frau du mit dem Verlangen nach einem keuschen Leben erfüllt hast, arbeitet aus Liebe zu seiner Frau und aus Hass gegen dich einzig darauf hin, dass du zum Tode verurteilt und hingerichtet wirst."
Als Petrus, ein Mann von höchstem Erbarmen, schließlich einsah, wie viel den Brüdern daran lag, dass er lebte, versprach er, sich in der nächsten Nacht früh genug auf den Weg zu machen.
,,Keiner von euch", sprach er, ,,soll mit mir kommen, damit es nicht so aussieht, als wisse er von meiner Flucht!" Er ermahnte die Brüder, seiner zu gedenken und den Mut nicht sinken zu lassen; dann verließ er den Kerker.
Sobald er aber aus dem Stadttor getreten war, sah er, dass Christus ihm entgegenkam und fragte: ,,Herr, wohin gehst du?" Der aber: ,,Ich komme nach Rom, damit ich zum zweiten Mal gekreuzigt werde, weil du pflichtvergessen fliehst." Sogleich kehrte Petrus nach Rom zurück, wo er wegen Majestätsbeleidigung verurteilt wurde und das Martyrium erlitt.
Lektion 43
Was soll mit den Christen geschehen?
Gaius Plinius hatte, solange er die Provinz Bithynien leitete, die Gewohnheit, den Kaiser Trajan, der ihm besonders gewogen war, bei allen zweifelhaften Dingen um Rat zu fragen, was zu tun sei. Aus diesem Grund schrieb er, als ihm eine anonyme Liste vorgelegt wurde, die die Namen vieler Christen enthielt, dem Trajan etwa folgendes:
,,An Untersuchungen gegen Christen habe ich nie teilgenommen; daher weiß ich nicht, was man ihnen vorwirft und was ich entweder zu bestrafen oder herauszufinden habe. Auch war ich nicht wenig im Zweifel, ob es irgendeinen Unterschied für die Altersstufen gibt oder ob kein Unterschied gemacht werden soll zwischen Kindern und Erwachsenen (,,ob sich Zarte nicht von Stärkeren unterscheiden sollen"), ob man im Fall der Reue Verzeihung gewähren soll, ob es einem, der irgendwann ein Christ war, nicht Rettung bringt, dass er aufgehört hat, und ob die Zugehörigkeit selbst zu bestrafen ist oder die mit der Zugehörigkeit zusammenhängenden Schandtaten. Inzwischen folgte ich denen, die mir als Christen angezeigt wurden, an folgendes Verfahren: Ich fragte sie selber, ob sie Christen seien. Gaben sie es zu, fragte ich ein zweites und drittes Mal unter Androhung der Todesstrafe diejenigen, die bei ihrer Aussage blieben, ließ ich abführen. Ich hatte nämlich keinen Zweifel, dass, was immer es sein mochte, wozu sie sich bekannten, jedenfalls ihr Starrsinn bestraft werden müsse. Es gab andere von ähnlicher Verrücktheit, die ich, weil sie römische Bürger waren, zur Verschickung in die Hauptstadt vormerkte.
Die aber, bestritten, Christen entweder zu sein oder gewesen zu sein, und die deinem Bildnis ihre Verehrung erwiesen, glaubte ich freilassen zu dürfen."
Darauf antwortete der Kaiser folgendermaßen:
,,Du hast bei der Untersuchung der Fälle derer, die dir als Christen angezeigt worden waren, das Verfahren befolgt, das du befolgen mußtest. Sie sollen nämlich nicht von den Behörden aufgespürt werden. Falls man sie anzeigt und beschuldigt, sind sie zu bestrafen, jedoch in der Weise, dass derjenige, der erklärt, kein Christ zu sein, und das dadurch nachweist, das er unseren Göttern opfert, Verzeihung erhält, mag er sich auch in der Vergangenheit verdächtig gemacht haben. Anonyme Anzeigen aber dürfen bei keinem Vorwurf einen Platz haben: Wenn wir nämlich die annähmen, würden wir schlechtesten Beispielen folgen."
Lektion 44
Das Siegeszeichen
Im Jahr 312 n.Chr. hatte Maxentius aus Haß und Abneigung Konstantin den Krieg angesagt. Und obwohl er sich selbst innerhalb der Mauern aufhielt, weil er ein Orakel befragt (,,gebraucht") und die Antwort erhalten hatte, er werde im Krieg umkommen, wenn er die Stadt verlasse, glaubte er sich vor Gefahr sicher und war voll guten Mutes, denn treue und geeignete Feldherrn, Männer von ausgezeichneter Kühnheit, führten die Sache für ihn.
Außerdem war sein Heer viel größer als die Truppen Konstantins.
Aber obwohl dieser an Zahl der Soldaten dem Maxentius nicht gleichkam, ließ er im Vertrauen auf göttliche Hilfe die Legionen näher an die Stadt heranrücken. Allerdings wußte er nicht, auf welchen von den Unsterblichen er seine Hoffnung setzen, von welchem er den Sieg erhoffen, welchem er Opfer geloben solle.
Doch an dem Tag, an dem vor fünf Jahren M. die Herrschaft übernommen hatte, widerfuhr dem Konstantin etwas Wunderbares. Am Mittag, als er zufällig den Himmel betrachtete, sah er mit eigenen Augen ein Kreuz, das in hellem Licht erstrahlte, und dabei geschrieben folgende Worte: ,,Damit siege!" Diese Sache glaubte Konstantin nicht mißachten zu dürfen; daher ließ er sogleich die Schilde seiner Soldaten mit dem Zeichen des Kreuzes bezeichnen und zog gegen den Feind.
Schon stoßen die Heere in gleicher Front zusammen, schon wird mit höchster Kraft gekämpft, schon wenden sich die Feinde zur Flucht und suchen in raschestem Lauf die Stadt zu erreichen, als Maxentius, bedrängt von der Menge der Flüchtenden, von der Brücke gestoßen wird und in den Tiber stürzt.
Als der Krieg, der viel Blut gekostet hatte beendet war, wurde Konstantin unter höchster Freude des Senats und des römischen Volkes in Rom aufgenommen.
Lektion 45
Werke des Glaubens
Dies, so schrieb der heilige Benedikt, ein Mann von höchster Frömmigkeit und höchstem Ansehen, seien die Aufgaben der Mönche:
Gott den Herrn lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzer Tüchtigkeit, und dann den Nächsten wie sich selbst.
Alle Menschen ehren.
Arme und Bedürftige erquicken, den Nackten kleiden, den Schwachen besuchen, den Toten begraben, den Trauernden trösten.
Die Wahrheit mit Herz und Mund bekennen.
Nicht Böses mit Bösem vergelten.
Unrecht nicht tun, sondern, auch wenn es einem zugefügt wird, es geduldig ertragen.
Seine Feinde lieben. Verfolgung leiden für die Gerechtigkeit.
Den Tag des Jüngsten Gerichts fürchten.
Den Tod täglich vor Augen haben. Seinen Lebenswandel zu jeder Stunde überwachen.
Sich gewiss sein, dass Gott einen an jedem Ort sieht. Nicht gern viel reden. Nichtige Worte nicht von sich geben. Nicht schwören.
Keinen Neid üben. Niemanden hassen.
Die Älteren verehren und die Jüngeren lieben.
In Christi Liebe für seine Feinde beten. Sich mit einem Streitenden vor Sonnenuntergang versöhnen. Seine vergangenen bösen Taten unter Tränen täglich im Gebet Gott bekennen.
Die Begierden des Fleisches nicht erfüllen. Den eigenen Willen hassen.
Den Weisungen des Abts in allem gehorchen, auch wenn er selbst, was ferne sei, sich anders verhält, im Gedanken an jenes Gebot des Herrn: ,,Was sie sagen, das tut, was sie aber tun, das tut nicht."
Lektion 46
Herrscher des Abendlandes

Der Kaiser und der Kalif
Karl mehrte auch den Ruhm seiner Herrschaft dadurch, dass er bestimmte Könige und Völker sich in Freundschaft verband. Mit Harun, dem König der Perser, der mit Ausnahme Indiens fast das ganze Morgenland beherrschte, hatte er in der Freundschaft solche Eintracht, dass dieser seine Freundschaft der aller Könige und Fürsten, die auf der ganzen Welt waren, vorzog und meinte, er müsse allein jenen durch Ehre und Gaben verehren. Als nämlich Abgesandte Karls, die er mit Geschenken zum Grab unseres Herrn gesandt hatte, zu ihm kamen und ihm den Wunsch ihres Herrn mitteilten, gestattete er nicht nur, dass geschah, was verlangt wurde, sondern trat ihnen auch jenen heiligen Ort ab. Und als die Gesandten heimkehrten, fügte er die Seinen hinzu und gab jenem neben Gewändern und Gewürzen und den übrigen Schätzen der östlichen Länder ungeheure Geschenke, nachdem er ihm vor ein paar Jahren auf seine Bitten hin den einzigen Elefanten, den er damals besaß, geschickt hatte.

...nur Schreiben fiel ihm schwer
Karl war von großer Beredsamkeit und konnte alles, was er wollte, auf das klarste ausdrücken. Und nicht mit seiner Muttersprache zufrieden, bemühte er sich auch darum, Fremdsprachen zu erlernen. Von diesen lernte er die lateinische so, dass er sie gewöhnlich ebenso geläufig sprach wie seine Muttersprache. Das Griechische aber konnte er besser verstehen als er es sprach. Die Freien Künste (d.h. die sieben klassischen Unterrichtsfächer) pflegte er mit großem Eifer und erwies ihren Lehrern große Ehren. Beim Erlernen der Grammatik hörte er den alten Petrus aus Pisa, in den übrigen Fächern hatte er Alkuin, ebenfalls einen Hilfsgeistlichen, einen Menschen von sächsischer Abkunft (einen Angelsachsen) aus England, einen hochgebildeten Mann, zum Lehren. Bei diesem verwandte er auf das Erlernen der Rhetorik und Dialektik, besonders aber der Astronomie, sehr viel Zeit und Mühe. Er versuchte auch zu schreiben und trug gewöhnlich Schreibtäfelchen bei sich, um, wenn er freie Zeit hatte, Buchstaben nachzumalen, doch dieses zu spät begonnene Unternehmen ging zu wenig voran.
Lektion 47
Fortschritt ist keine Hexerei
Ich werde zunächst von erstaunlichen Werken der Kunst und der Natur berichten, um später deren Ursachen und Art zu erklären; bei diesen ist nichts Magisches im Spiel, dass es Nicht zeigt, wie jede Zauberkraft diesen Schöpfungen unterlegen und ihrer unwürdig ist.
Denn es können Geräte für die Seefahrt entwickelt werden, die keine Ruderer benötigen, so dass gewaltige Schiffe, während ein einziger Mann sie steuert, mit größerer Geschwindigkeit dahinfahren, als wenn sie voller Leute wären.
Desgleichen können Wagen so gebaut werden, daß sie ohne Zugtier mit unglaublichem Schwung bewegt werden. Desgleichen können Fluggeräte so entwickelt werden, dass ein Mensch mitten im Gerät sitzt, der irgendeine Maschine bedient, mit deren Hilfe künstliche Flügel die Luft schlagen nach Art eines fliegenden Vogels.
Es können auch Geräte gebaut werden, um im Meer oder in Flüssen zu Fuß zu gehen; denn schon Alexander der Große hat diese benutzt, um die Geheimnisse des Meeres zu sehen.
Diese Dinge sind aber sowohl in den alten wie in unseren Zeiten geschaffen worden, abgesehen von dem Fluggerät, das ich nicht gesehen habe; ich kenne auch keinen Menschen, der es gesehen hätte.
Doch viel von der Au kann gemacht werden, wie zum Beispiel pfeilerlose Brücken über Flüsse und unerhörte Maschinen.
Lektion 48
Praeceptor Germaniae

Ein strenger Lehrer
Ich hatte einen Lehrer, der ein ausgezeichneter Grammatiker war.
Er führte mich an die Grammatik heran, und er führte mich so, dass ich Satzbaupläne machte. Er zwang mich, die Regeln des Satzbaus an zwanzig oder dreißig Vergilversen wiederzugeben. Nichts ließ er mich übergehen.
Wenn ich mich irrte, verabreichte er mir Schläge, aber doch mit der Zurückhaltung, die angebracht war. So machte er mich zum Grammatiker.
Er war ein sehr tüchtiger Mann und hatte mich lieb wie seinen Sohn, und ich ihn wie meinen Vater.
Ja, jener wurde von mir geliebt, obwohl er so streng war (diese Strenge zeigte/gebrauchte).
Indes war es keine Strenge, sondern eine väterliche Züchtigung, die mich zur Gründlichkeit anhielt.
Abends wurde ich gezwungen, mir die Regeln anzueignen, damit ich sie aufsagen konnte. Ihr seht, dass der Unterricht strenger war als er jetzt ist.

Literatur und Bildung
Es liegt nicht wenig daran, an welcher Art von Literatur sich die jungen Leute bilden, sowohl aus vielen anderen Gründen als ganz besonders deshalb, weil nichts wirksamer ist, die geistigen Fähigkeiten und den Charakter der Menschen zu verändern, als literarische Werke.
Denn fast stets ist ein jeder so, wie ihn sein Bildungsgang formt, und kein Werk der Literatur scheint mir gut außer denen, die guten Geistes sind.
Daher ist es besser, die Jugend an den besten Schriften zu bilden, denn den besten Charakter bringen die besten Bücher.
So bleibt also übrig, ihr jungen Männer, dass ihr euch etwas zutraut, wiewohl die Sache sich so verhält, dass schwierig ist, was schön ist. Trotzdem wird euer Fleiß mit der Schwierigkeit so fertig werden, dass ich hoffe, ihr werdet euch mit weitaus geringerer Anstrengung das Gute aneignen als das Schlechte.
Lektion 49
"Ihr Heuchler!"
Das aber ist von allem das Widersinnigste: In beiden Lagern, in beiden Heeren funkelt das Kreuzeszeichen, in beiden feiert man Gottesdienste.
Ich möchte wissen, warum bei diesen Feiern ein Soldat das "Vater unser" betet.
Du hartherziger Mensch, du wagst Gott Vater zu nennen, der du deinem Bruder nach dem Leben trachtest?
,,Geheiligt werde dein Name!" Auf welche Weise konnte der Name Gottes mehr entheiligt werden als durch derartige Aufruhr unter euch?
,,Dein Reich komme!" So betest du, der du mit so viel Blut deine tyrannische Herrschaft festigst?
,,Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden!"
Frieden will jener, und du rüstest zum Krieg?
,,(Unser) Tägliches Brot" verlangst du vom gemeinsamen Vater, der du die Felder deines Bruders verwüstest und es lieber hast, dass sie auch für dich zugrunde gehen, als dass sie jenem nützen?
Mit welchem Gedanken aber wirst du sprechen: ,,Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!" - Du, der du es eilig hast, deine Brüder umzubringen.
Du bittest darum, die Gefahr der Versuchung von dir abzuwenden, der du unter deiner Gefahr den Bruder in Gefahr bringst?
,,Vom Bösen" willst du befreit werden, unter dessen Einwirkung du deinem Bruder das höchste Übel bereiten willst?
Lektion 50
Mehr wert als Macht
Wenn ich oft bei mir die Taten unserer Ahnen und anderer Könige und Völker bedenke, scheinen mir die unseren nicht nur durch die Ausdehnung ihrer Herrschaft, sondern auch ihrer Sprache alle übrigen übertroffen zu haben.
Denn es steht zwar fest, dass die Perser, Meder, Assyrer und viele andere weit und breit Macht errungen und ihre Herrschaft lange behauptet haben.
Aber keine haben ihre Sprache so verbreitet, wie es die unseren taten, die fast über das ganze Abendland, den Norden und keinen geringen Teil Afrikas die lateinische Sprache gewissermaßen zur Königin machten und, was die Provinzen selbst angeht, sozusagen als bestes Saatgut zur Aussaat anboten.
Dieses Werk ist ohne Zweifel bei weitem rühmlicher als die Ausdehnung der Herrschaft selbst. Denn diejenigen, die ihre Macht mehren, ehrt man gewöhnlich hoch und nennt sie Herrscher.
Diejenigen aber, die den Menschen irgendwelche Wohltaten erwiesen haben, werden nicht mit menschlichem, sondern göttlichem Lobpreis ausgezeichnet, da sie nicht nur für den Ruhm ihrer eigenen Heimatstadt sorgen, sondern auch für den allgemeinen Nutzen und das Wohlergehen der Menschen.
Darum haben unsere Vorfahren durch ihre Kriegstaten die übrigen Menschen übertroffen, aber durch die Ausbreitung ihrer Sprache sich selbst.
Wird es etwa, wenn Ceres, weil sie das Getreide, Bacchus, weil er den Wein, Minerva, weil sie die Künste erfand, unter die Götter versetzt wurden, weniger gelten, die lateinische Sprache in der Welt verbreitet zu haben?






diese überstzungen dienen nur der hausaufgabenkontrolle



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